die morschen träume eines jahres

godot – tausend gespenster

//dear deer. if i know you. könnt ich, wenn ich wollte, dein sein? ich will.

was fängt man an mit einem jahr, das anfängt mit nächtlich licht, zerstört in alkohol, die böller zerstaubt unter der balkonesken balustrade: wünsch dir was. ich wusste nichts. ich lies mich fallen, gewähren ohne gewähr. einfacher fahrt, lauter leichtes gepäck, den kopf. der wunsch. was ich zurück ließ, konnte ich mir denken: das warten, die ungeduld der kindheit in persona. das unzufrieden befrieden. nicht das ich jetzt glücklicher wär, ich weiß nur, an was ich jetzt bin.

Erlend Øye ist mein tanzlehrer. ich tanzte den sonnenuntergang meines lebens. so gesehen quatsch, der augenblick. es war besser nichts zu sagen, denn eventuell etwas falsches: ich war glücklich. ich kannte das, ich wartete darauf, so wie ich dieses jahr wartete. worauf? vielleicht das mich jemand an die hand nimmt und aufzeigt und wege mit mir beschreiten mag, die ich so noch nicht kannte, die doch nur ein einsteigen in einen zug von einen bekannten bahnsteig in einen bekannten waggon sein mag. ich weiß es nicht. ich hasste mich dafür, versuchte ich doch anderen, lieben, geliebten, wege aufzuzeigen, mit ihnen ein stück zu gehen, dran zu bleiben und sie ein stück noch weiter zu bringen, bis das die nacht vergeht und gleisend goldglück atmet. selbst dann noch stand ich nackt da, wusste DEN weg, aber nicht meinen, konnte keine entscheidung für mich treffen und wenn ich jemanden danach fragte, so gab ich ihm/ihr niemals alle fakten mit. schrecklich egoistisch.

das hoffen nicht nur grün, auch in nuancen hellgelb, dunkelblau, überlagert, überblendet, verblendet, überzeichnet, verdammt nah dran sein kann, durfte ich lernen, dieses jahr. ich bin froh drum, verlegen auch in schamesröte, wie blind ich doch sein kann, vor allem aber froh damit – nicht nur – eine freundin gewonnen zu haben. überhaupt viel über farben, formen und flächen gedacht, wieso es sein kann, das ich manch musik farbig wahrnehmen kann, andere in formen, wieder andere, die im ganzen körper, überhaupt nur höre, mit haut und haaren. wiederum gelernt, wie egoismus geht.

beängstigend.

der fluchtgedanke und seine als zu einfache lösung markierter fahrschein.

kaum wird es dunkel, kaum dreht das licht, erstarkt der sommerjunge in mir: das unbändig kind, das zuhörende, das vor dem plattenspieler der eltern stundenlang sitzt, in lande fährt und rein gar nicht ist, weil: ist nicht da. wegtreten ist nicht mehr, sagt mein pauschal negativierender verstand, aus liebe zur schönheit – man mag es ihm nicht verdenken, ist gelogen. ich weiß es, er, sie, es. die verfolgenden träume der viel zu viel durchwachten nächte auch. schlimmer noch, ich weiß nicht mehr, was ich träume, was ich sagen will, was wünschen. frag mich was, bitte!

egoismus, bitch, ist das nicht.

die morschen träume eines jahres

0 Wald
1 Betragen
2 Wandel
3 Revolte
4 Über See
5 Vertrauen
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