< vollmond. auf offenen augen sitzen schließt sie — soviel wissen.
die situation: kinderleicht, spielen auf spielplätzen. platz genug zum toben, träumen, tosende geräusche/wellen machen. das ist gut genug – spielplatzkinder aller länder vereinigt euch! – ein wohlfeine form der anarchie und abends, wenn man heim kommen, will man nur noch in den arm genommen werden. so in etwa unterwegs, lachend/marodierend um die häuser ziehend, trifft man auf nicht abschaltbares schubladendenken. damit einhergehend auf die ohnmacht dem gegenüber:
«ich bin gerade über diese schuhe gefahren.» eine dame mittleren alters, ihr kind im fahrradsitz hinter sich, nuckelnd. piekfein sauber und adrett. mein blick, irritiert ob dieser uninformation – schließlich hat gerade der dämon das haus in einer aschewolke des sandvulkans untergehen lassen und alle mussten sich retten – ignorierte ich sie mit einem schulterzucken. «es war mir nicht möglich vorbei zu fahren.» rührseelte sie ruppig um aufmerksamkeit. «das ist schon ok so», wollte ich das spiel fortsetzen, «das ist ein spielplatz.» «ich wäre fast mit dem fahrrad umgefallen, und mit mir mein kind.» pikierter konnte ich sie nicht hinterlassen, vor dem gebäude mit den sozialwohnungen, mit den migrantenkindern, denen zwar familienbwußtsein und gerechtigkeitssinn en masse, aber sonst wenig in die wiege gelegt wurde, angezogen, mit knallbunten shirt und braun gebrannt und schäbigen truckercap, fast wie einer von ihnen. glücklich spielend. «eben, das ist ein spielplatz.»
als nur ein teil der kette der ereignisse des tages, reiht sich dieses perfekt ein. wieso kleidung leute macht, was sie trennen mag, wenn doch das herz genauso wild schlägt. wo humanität anfängt und diskriminierung aufhört. wo die trennlinien verlaufen. wieso sie schärfer werden. was verdienter respekt von obersten ausmacht, wenn kleinere, höher stehende einen wie dreck behandeln. wieso das meist egal ist. warum freundlichkeit und unvoreingenommener umgang obsolet ist. kämpft jeder nur noch für sich allein? es geht nunmal um etwas.
ich sehe diese menschen
wie sie kämpfen
an den grenzen
um irgendwas zu bekommen. hamburg brennt – 1000robota
hamburg brennt. berlin brennt. herzen brennen. handinnenflächen auch. lauflauflauf.
«halt mal! was ist das? für dich: was besseres!» fiel mir abends im bett ein, nach langer lektüre. die besten widerworte liegen immer nur auf der zunge rum.
//das geschehen nicht ertragen können.
1
oeinen haufen zu spaeter schlagfertigkeit schleppt man da auf der zunge mit sich herum. (brennende handinnenflaechen = pures jetzt! und ja!)
-me.
2
o'pures jetzt' gefällt mir.
-to01