Achtgeben,
das neue Highfiven.
Ein Freund1

1 — to:nulleins

steigende

Kirsch,
Schal,
auf dem Weg,
Ansicht,
unfunktional,
Bewegung,
Drucken (Welle, abgebildet),
blaue Linie, Vollmond,
säurehaltiges Papier,
stake.

Für immer.

(Erinnerungen.)

Alle Tage, alle Samt.
Alle Tage auf einen summiert stehe ich irgendwann auf, ab dann wird es ungewiss. Nichts kann ich gleichmachen. Sobald mir ein Gegebenheit, ein Wegstück bekannt vorkommt, wechsele ich das Vorgehen. Taste, trete sanft und unter Vorsicht auf, raune nur. Stehe ich dann vollkommen eingehüllt in Neuem, unbekannten Schönen, reizt es mich, zerrt mich die Reißleine zurück auf bekanntes Terrain. Wahrscheinlich weil mich der Weg so liebt, egal welcher. Ich gehe ihn.

»Eine Nacht, ungeplant zwischen zwei penibel durchgetakteten Arbeitstagen, irgendetwas verheißend, wie damals in Kindertagen, als das Leben noch keine Struktur kannte und die Dinge einfach passierten.«

Eine der ersten Erinnerungen die ich beileibe nicht zwischen Traum und Wirklichkeit trennen kann, spielt sich in einer Heckscheibenablage eines Autos ab: Die Lichter der Straßenbeleuchtung blenden, mich aufschlitzend, das Schwarz der Nacht als solches ist kaum über das Dunkelblau der späten Dämmerung herausgekommen, die Fenster der kastenförmigen Häuser brüllen Orange oder Hellgelb, klares Weiß, es geht alles zu schnell. Der Motor heult auf, es geht bergauf, mein Körper wird nach hinten verlagert oder war ich das? Ich kann noch so viel mehr sehen. Die mir zufallenden Augen öffnen Fenster der Kästen, einige. Sind es Augen? Wieso sind sie so klar, während wir doch so schnell wegrennen, fahren? Lässt sich der Hals noch ein wenig biegen? Ich muss sie sehen, muss die Augen schließen. Wenn ich nur fest genug daran denke, lassen sich alle Fenster öffnen. Da sind Menschen dahinter, wahrscheinlich. Oder es sind Sterne. Streifensterne, Lichtgeschwindigkeit.

Wir besaßen gar kein Auto.

Der Wald unweit des Kraftwerks war ein Park. Rostrote Backsteine an dunkelgrüner Lichtluft. Ein alter zugeworfener Bach plätscherte. Soweit ich sehen konnte, war dieser Wald undurchdringlich für die Sonne gebaut. Der Boden ein tiefes Schwarz. Gut war die Erde hier und festgetreten. Ein Kronendach, eine Kapelle. Einen jeden Mensch den ich kannte, kannte ich aus diesem Wald. Meine Eltern blieben stehen, unterhielten sich, ich entdeckte irgendetwas und war für immer verloren. Folgte man den Spuren, fand sich eine Kastanienallee zwischen dicht an das abgerundete Kopfsteinpflaster geduckten Häusern, dort die Eisdiele. Die Sonne brannte, schmolz mein Eis, meine Hand, die andere auch, klebte. Ich wusch mich mit Gras und Sand von der Baustelle die einmal meine Schule werden wollte. Ich rannte, flog, zog, zerrte um Entdeckungen zu teilen, stürzte das riesige Glas Himbeerbrause in meine aus Staub und grünem Luftdach zu bestehende Kehle. So schrieb ich Durst meiner Gier zu.

·

»Well Marianne,
it's come to this time when we are really so old and our bodies are falling apart and I think I will follow you very soon. Know that I am so close behind you that if you stretch out your hand, I think you can reach mine. And you know that I've always loved you for your beauty and your wisdom, but I don't need to say anything more about that because you know all about that. But now, I just want to wish you a very good journey. Goodbye old friend. Endless love, see you down the road.«


— Leonard Cohen

ff.

Oostkapelle, Zeeland Okt.'16
Backsteinwege, mehrere, karmesinrote — ich mag mich kaum entscheiden, welchen ich gehen soll. Ich gehe wohin mich meine Füße tragen. Zur See! Nur zur See. Seeläufer nennt man mich und stumm. Allen Augen die reden, Lachen falten vielleicht. Im Dünenwald der riesigen Wohnzimmerfenster aus der eben durchquerten Siedlung gedenken: beruhigend weiß gerahmte, so weit wie der geöffnete Blick, zum Licht einwecken gedachte wohnliche Nester, Kleinigkeit Intimität. Sieh hin! Ich zeig dich mir! Was ist mit einem provokativ über die Sessellehne gelehntes, gestrecktes, gar dargebotenes blankes Hinterteil? Pobacken packen und teilen im Aquarium. Solange meine Füße die Stille des vom Wind verkrüppelten Waldes brechen, solange bin ich noch ein Fremdkörper unter ihnen, den Waldbewohnern. Rehbraune Augenblicke, grün gesprenkelte Iris, die Haut eine Lichtung, Sonneninseln Schlüsselbeine, nackte, aufgetragen unter der schweren seefesten Jacke. Einen Parka als dunklen Wald tragen. Es beginnt, wir sind mittendrin, vergeht. Schnellstmögliche Farbübergänge. Die Hirsche röhren ihr Revier. Einer bricht aus dem Unterholz auf der Flucht vor einem anderen, stärkeren. Die lärmenden Spaziergänger aus der Gegenrichtung sind für den unterlegenen Hirsch auch keine Option. So stehen wir uns gegenüber, wie Brüder.

Der Nebel schluckt alles, sogar das Schnattern der Wildgänse. Ab und an verschwindet ein Auto spurlos in ihm. Ich nehme mir vor zu schlafen bis es wieder Licht gibt und ertrinke stattdessen in einem eigens für solche Nächte bereit gelegten Buch. Das Meer rauscht bis hier her. Ich solle Ruhe geben.

Die Milchstraße ist deutlich zu erkennen. Kein Lichtschmutz. Selbst das Licht hinterm Vorhang der Stube des bescheidenen Häuschen hinter mir kann sie nicht übertünchen. Ich möchte die Milchstraße anfassen. Regelmäßig wischt der Leuchtturm den Horizont sauber, versucht es zumindest. Ich muss milde lächeln. Als ob uns die Dunkelheit fürchtet.

Rotkehlchen, angefreundet, vogelfrei — es muss mir über die vierhundertsechzig Kilometer gefolgt sein. Bestimmt ist es das. Sein freundliches Gesicht ist nur als solches zu erkennen, wenn man über den Ernst der Augen, der unbequemen Unbeweglichkeit seiner Mimik hinwegsehen kann. Ich kann. Wir gehen überall zu zweit hin. Es fliegt, ich laufe, fortfolgend.

Gedanken eines womöglich ebenso fehl am Platz Seienden.

In einem vom Kapitalismus verlassenen Hotel.
Es ist alt und es war mondän. Es hätte genauso gut Sommer sein können. Die Farben der reichlich mit staubgrauen Stuck verzierten Wände blättert ab und bildet Muster, die Wandbilder, dargestellte Geschichten sein könnten. Samttapeten hingegen gibt es nur wenige. Unters Dach! Fingerspitzen tippen, Füße tappen, einige Gebäudeteile hat selbst das Licht verlassen. Tipp-tappen im dunkeln, deine warme Haut, ich kann sie durchs Schwarz ausschwärmen spüren und riechen. Moos fühlen und tropfende Wasser hören. Es würde mich nicht wundern, hier Pferde anzutreffen. Galoppierndes Haar, deins? Wieviele Königreiche gewann ich? Hunderte Autobahnen, streifende Hände unter der Decke, deinem Kleid, paarweise Lichter wandern über die Wand. Liege ich im Bett meiner Großmutter und kann nicht schlafen? Ist es Nacht, fahr'n die Autos noch? Taumeln gar, aneinander. Vom leichten Wind bewegte, verspiegelte Schranktüren, Reste davon. Reden wir nicht vom Tageslicht! Wenn man nur alle Möglichkeiten zur Reflexion benutzt, steht da ein weiß-güldener Spiegelsaal, stehen da jungen Birken durch das offen geblitzte und verstürmte Dach, steht da keiner von uns barfuß allein. Unsere Augen treffen sich. Der Träger deines Kleides ist verrutscht. Wie so oft verschwimmt alles vor meinen Augen. Wir sehen uns stumm und still die samtweiche Sonne an, wie sie auf nichts Neues fällt, und wissen darum. Und lassen sie steigen, dabei über unsere Körper steifen. Seemannsarme, Streifenshirt sonnendurchdrungene Haut. Wärme und Atem, gleichmäßig verteilen, mit Küssen benetzen. Die glitzern so schön auf der Hautstelle, orangerot die Lider, geschlossenes Blinzeln.

Brot, frisch vom Leib, unsere Anziehsachen als Tisch, mit den Zähnen reißen, Sommeräpfel wie spitze Brüste küssen, Wasser aus den Lippen. Trunktrank.

entzündlich:
Mein Gesicht gezeichnet in deinen Bauch, deine Schenkel, deinen Hals. Schlaf streifen. Diese menschlich Münder. Man könnte es Kuss nennen, würde dem nicht gerecht. Es geht so tief in dich.

freilaufen, einige Bsp.

Freibad
Vater: »Halt! Badeschutzpolizei. Was machen Sie hier?«
Tochter: »Beamte küssen!« (küsst)

Beide lachen lauthals das Becken zusammen, toben, spritzen, jagen sich gegenseitig, tauchen unter und ab.

Das nahende Gewitter, seine schwarze Wand steht. Aufblitzen, zählen: Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig. Drei Kilometer Donner, anderthalb zu Laufen. In der Bergen, auf den Almen ist Gewitter kein Spaß. Den einen Kamm noch, dahinter müsste es doch sein! Noch eine Kuppe, eine Senke, die Beine fliegen. Wo ist denn nur die Windkraftanlage? Immerhin keine Bäume mehr, zur Not der Länge nach in eine Kuhle auf den Boden legen, klatschnass sind wir eh schon fast. Schnellere Schritte, schnellere Blitze, schnellerer Donner. Wir sind nicht aufzuhalten. Wir sind nicht auszuhalten. Die Nerven gespannt. »Hinter der Hügelkuppe, bestimmt. Komm! Wir müssen weiter!« Der Wind frischt auf und treibt uns alle nadelspitzen Regentropfenstiche der nächsten Minuten in einer Sekunde in die Haut. »Es tut mir leid, ich wollte nicht antreiben.« Und: Donnern, wie nur Hufe donnern können. Ein wunderschön tiefbraunes Pferd galoppiert auf uns zu. Das Grün der Almwiese in der Farbe des Gewitters, das dunkelst beruhigende Braun, die wehende Mähne des kräftigen Tieres, der Wind. Es hält. Die Nüstern weit, wir können seine Skepsis beinahe riechen. Der Wind weht seine Mähne halb vors Gesicht, der Kopf neigt sich zum Umkehren. Uns klatscht der Regen ins Gesicht. Wir staunen. Wir müssen weiter. Wir gehen. Der Hengst auch. Er nimmt den Weg unterhalb unserem, fliegt nahezu den Berg hinab und wieder hinauf und ist längst hinter der Kuppe verschwunden, obwohl wir fast rennen, auch, weil uns ein Stier verjagen will. Gewitter in den Bergen macht alle kirre. Wir schaffen es.

Eine Hängematteschaukel, ein Kirschbaum und Bücher aus altem, dir bekannten Papier. So kann man aufsehen und sehen und sich drehen bis einem schwindelig wird.

Wie süß Wald riechen kann, wie er schmeckt. Wie konnte ich das nur vergessen? Die Vorräte aus dem Rucksack sind längst verbraucht. Der Anstieg knochenhart, ein Fuß vor den anderen, langsam, leise und fest müssen die Schritte sein. Wir setzen uns Ziele - Der Busch dort, der so nah an der Tanne steht als ob er Kuscheln wolle, der Baumstumpf dort - sonst würden wir schon lange umgekehrt sein. Zwei Gasthäuser waren geschlossen auf dem Weg, beide kurzfristig, wie wir hinterher erfahren — ein Todesfall und ein Umbau, bis Mittag hatten sie auf. Wie süß der Wald riecht, wie der Atem geht, wie atmen geht. Wir teilen uns den letzten, unterwegs geklauten Apfel und der Zucker und der Saft schießt uns in die Blutbahnen und euphorisiert zusätzlich. Das hält nicht lange, das wissen wir. Eine winzige Quelle und zwei Hände Trinkgefäß. Der Abstieg gelingt mit immer weiter greifenden Schritten, fast stürzen wir ins Tal. Bei den Straßen, auf den Dorfplätzen, an den Gasthäusern, nach einer alles verschlingenden Mahlzeit, laufen wir barfuß vorbei. Mir zumindest ist es egal, was andere denken könnten. Ich besiegte mich, den stärksten aller Gegner, und lachte und atmete dabei.

Das wohl kleinste Freibad der Welt. An einen Hang gepresst der unter Wanderschuhen einen recht kräftigen Anstieg bedeutete, barfuß laufen. Die Ballen am Asphalt abreiben. Die Achillessehne zum Bersten gespannt. Der Bademeister ist auch Einlass und Imbissbude, seine Zähne weiß vom vielen Lachen. Rückenschwimmen im nahezu leeren Becken. Das Wasser ist glatt bis in die Ohrmuscheln hinein. Toter Mann, du lässt dich treiben. Eine Libelle von der Große eines Menschengesichts kommt über dir zum Stehen, schwebt über dir, dreht und kippt ihre Flügelpaare nur leicht, verzückend einfach und sieht dich an. Du musst deine Arme und Beine bewegen um nicht unterzugehen. Du hältst ihrem Blick stand, schillerst glücklich wie ihre Flügel, ihre Neugier und lässt dich kopfüber untergehen als sie davon fliegt.

auch (nicht verwendet):
Arbeiterstrandbad
Alte Donau
Kopfsteinpflaster streicheln
uralte U-Bahnen, Motorräder im Schaufenster
um nächtliche Ruhe auf den Straßen wird gebeten
Glühbirnenlichterketten zwischen verkrüppelt aufgewachsenen uralten Bäumen, ein Hinterhof, Kinderlachen, nackte, dreckige Füße
Leuchtkörper
Hitzenächte, durchwachte
Schmalspurbahn, erst auf der Rückfahrt Holzklasse fahren, viel, viel schöner finden. Den Kopf aus den Fenster stecken sie alle. Sehen sie auch hin?
reißender Fluß, reisender Fluß (Wer will ans Meer, wenn der Weg das Ziel ist?)

 

Sie ist dir unbekannt. Sie lächelt und du siehst ihr an wie ihr erstes Lächeln als Kind entstand. Sie trägt es noch.

 

Die ganze Vorstadt ist so nass, man möchte sie auswringen und zum Trocknen irgendwo aufhängen. Am besten in der Sonne, aber die scheint ja nicht und mit so einem Stadtteil unterm Arm kann man nicht allzu weit laufen. Auf einem nicht unnötig abgeschlossenen, unbebauten Grundstück, wahrscheinlich verkauft, verwildert, zwischen sich kuschenden Sträuchern finde ich die Boten. Einander zugeneigt flüstern sich platschnasse Osterglocken Gelb ins Ohr.

KALTER HUND.

Blickdicht, Strumpfhosen, überall Menschen. Öl auf Holz, nasse Pendler atmen in oder aus ihre(n) Anzeigegeräte(n).

Ein Bett aus Tannenzweigen: Zwei etwa unterarmdicke, knapp mannshohe Äste suchen, ebenso wie etwa 8 bis 10 etwas dünnere, schulterbreite. Zwischen zwei Bäumen, es sollte Platz genug für ein Bett zwischen ihnen sein, die Äste als Leiter auf den Boden liegend aufbauen. Die Längeren bilden die unterste Schicht. Obenauf drei bis vier dichte benadelte Zweige einer jungen Tanne. Ein Tuch auf dieses Bett aus weichen Nadeln und eines als spitzes Zeltdach auf einer Leine, die zwischen den beiden Bäumen gespannt ist. Abspannen, falls es nach Regen aussieht.

Es ist ein Kleidungstück wie jedes andere auch, so ein Stadtteil, Farbe und Fäden, Putz und Straßen. Ich schiebe Hände durch die Ärmel. Flammende Handinnenflächen. Mein Mittelfinger ist lang, er und seine Nebenbuhler, die flache Hand ansetzen. Ihr Schoß, ihre Augen, ihr Atem, sprüht Leben, sind geschlossen zittrige Wimpern, geht tief und fest und stolz. Meine Finger kleben Zucker, dein Mösensaft, verschmiert für dich und mich.

merken (Überschrift)
Bus fahren. Nasse Fassaden wie verheultes Make-Up. Sitzen, stehen, die Augen offen, fokusierend einen Fixstern suchen, seltsam sein, im Wald laufen, gehen in einer Geschwindigkeit, man könnte meinen, ich fürchte mich, ich rausche. Oh, nasse Waldböden, qutscht — sich legen lassen liegt nage, die Hände reiben, hineinatmen, den Kopf heben, in den Nacken legen, fürchterliche Falten bilden, vom Förster gefunden werden, das Bett Federwolken im Orangerot des Sonnenaufgangs gemacht.

Kein Taxifahrer nimmt die Tour an. Ich solle stornieren. Bitte nachschieben. Die Bürgersteige unterm Fuße, schwer kopfnickenden Hip-Hop auf den Ohren, kein Mensch auf den Straßen, nicht mal mehr ein einsamer Hundeführer, die S-Bahn, die mit roten Lichtern am Ende, verpassen, beschließen über die Felder zu gehen. Schon der erste Schritt aus dem Schutz der Straßenlaternen hinaus ist eine Befreiung, eine die zunächst einmal Angst ist, eine Angst, die die Kopfhörer abzieht, weil man alles genau hören will, vorbereitet sein möchte, was irrational ist, zum Gegenangriff. Es ist stockdunkel, kahl, unklar und erstaunlich warm für November, wenn man einmal läuft. Das Rauschen der nahen Autobahn schwillt an und ab wie das der Wellen am Meer. Der Lichtschmutz der Großstadt, dieser Kegel überm Dunkel zeigt mir den Weg den meine Füße nicht erkennen. Es könnte Stolpern sein, doch der viel geübte Schritt hält, vorbei an den eingezäunten Apfelbäumen, den einsam einzeln liegenden Datschen, die zu keiner Kleingartenkolonie gehören wollen, den Pflaumenbäumen, den quergestreiften Felderm die einst im Frühjahr Raps trugen. Vorbei an der Kastanienallee, die zurückgeschnitten gehört, so aber viel trotziger aussieht und wunderschön den klitzekleinen Friedhof im Sommer in ihren Schatten stellte. Vorbei an allerlei Müll, die Augen haben sich mittlerweile ans Dunkel gewöhnt, orientiere ich mich immer wieder am Lichtschmutz der Stadt. Zurück nach Hause, dabei bin ich es doch hier.

Es müsste mal frieren, kalter Hund.

Einige Gedanken über Wohnraum.

Auf einer nur mäßig abgewischten schwarzen Tafel mit weißer Kreide filigrane Farne malen. Eine Wandverkleidung aus braunem Leder, in regelmäßigen Abständen angebrachte, ebenso in Leder gebundener Knöpfe ziehen die hinter dem Leder angebrachte Polsterung heran, so dass der Eindruck entsteht, man sieht auf einen Polstersessel. Patina vom Daranlehnen wäre angebracht. Ein Lampenschirm aus Beton, geformt wie die äußeren Blütenblätter einer Pfingstrose kurz vorm explodierend Erblühen. Voll und rund. Das Innere dem Leuchtkörper. Im fein gewaschenen Beton eingelassen befinden sich eine Vielzahl von Glasmurmeln weißer, gelblicher und hellgrüner Färbung, so dass sie das Licht das Leuchtmittels durch den Beton tragen und im Raum verteilen können. Nuancen. Eine wegen mir auch durch Türzargen unterbrochene großflächige Wand mit der Haut von Birken beziehen. Auch Imitate gelten. Wichtig ist das kaum wahrnehmbare, den Birken so typische Muster von feinen schwarzen Strichen auf weißem Farbverlauf. Ein rotkehlchenfarbenes Kleid - ihres? - hängt an einem Haken an dieser Wand, somit davor. Wieso nicht eine Stehlampe aus dem Fußboden wachsen lassen wie eine Decklampe aus der Decke? Auf dem Boden liegend feststellen, dort wo der Esstisch ist. Diesen vielleicht aussägen dafür, abrunden, anpassen, einfügen, so dass die Stehlampe Teil des Tisches werden kann. Ein Lampenschirm aus hellfarbigen halbtransparenten Stoffen, mehrerer.