Achtgeben,
das neue Highfiven.
Ein Freund1

1 — to:nulleins

Laubfeuer.

»Anton Winter wuchs als Sohn eines Geigenbauers auf in einem riesigen Garten zu einer Zeit, als man noch in ein Schicksal hineingeboren werden konnte. Die Gartenkolonie war einst von Fabrikantensöhnen und Naturärzten, von schmallippigen Asketen und ein paar Gelehrten, von Bauern und hochgewachsenen Frauen mit Strohhüten gegründet worden, als der Staat sich auflöste und die Stadt trost- und der Mensch ratlos geworden war, dass er in die Natur gehen musste, um sich zu erneuern. Die Damen saßen zwischen Rhabarber und Erdbeeren, und die Herren lehnten sich aus den Fenstern des Hauses, um den Bäumen das Obst herunterzupflücken. Die Kinder liefen nackt über Grund und Boden, der allen gehörte, und abends aß man mit bloßen Füßen im Gras.«

Valerie Fritsch — Winters Garten

Einige der größeren Äste, die die ersten Stürme herabgeweht haben mussten, waren echt schwer. Wir aber waren viele. Die herrenlosen Bäume der Kleingartenanlage schnitt kaum jemand. Meist wurde Subotnik, Samstagsarbeit angeordnet, obwohl die DDR schon lang vergessen ward. Reisefreiheit, ja Reisefreiheit hatte die Datschen verwaisen lassen und in ein paar der zugänglicheren sind wir in diesem Spätsommer als ehrliche Erntehelfer eingedrungen. Erbsen, Birnen, Brombeeren, Äpfel en masse — wir waren Könige.

Am frühen Nachmittag stand der Berg. Wir ebenfalls, die Hände in den Hüften. Wir wunderten uns, stolz auf uns und dampften. Da wir den Stapel aus Laub und Ästen und Reisig — fein säuberlich, die Laubberge vermengt mit leichteren und schwereren Zweigen nach innen, die stützenden und gewichtgebenden, sturmgeplagten Äste außen — partout nicht höher bekamen, die Erwachsenen in der Laube saßen, sich unterhielten, wahrscheinlich ein Bier tranken oder Glühwein und wir sie da gar nicht raus holen wollten, weil wir frei waren, und weil der Hügel vom Spielplatz hinab so schön matschig war und ich der Älteste, derjenige mit Vorbildcharakter, rutschten wir auf'm Hosenboden den Matschhügel herab, laut lachend, uns immer wieder selbst in Tollkühnheit überbietend.

Wir, das waren:

Andreas, der Zweitälteste, vernünftiger als ich, mit einem kürzeren Bein und einem längeren. Fantast und Geschichtenerzähler. Er erfand den Bär im Loch in der Mauer der Feste Petersburg. Zwei Kinder, zog nach Norden, ich weiß nicht mal mehr wohin. Seinen Erstgeborenen sehe ich manchmal auf Feiern in der Großfamilie.

Steffen, Andreas' kleinerer Bruder, Haudegen und manchmal großmäulig, auch einer der Gründe wieso wir in der Gartenanlage bekannt und gefürchtet waren. Arbeitete an einer Bratwurstbude einer stadtbekannten Fleischerei bevor er zur Bahn ging. Zwei Kinder.

Stefanie, sprach schon immer laut und schnell, fantasievoll, immer vorn mit dabei wenn es ums Entdecken ging, nahm Rahmenhandlungen schnell auf und entwickelte sie mit und weiter, war voll dabei. Zog nach Köln, heiratete, ist Erzieherin in einer Kindertagesstätte, ist ebenso oft auf deutschen Autobahnen anzutreffen wie ich und kinderlieb wie nur was.

Mathias, Stefanies kleinerer Bruder, erfand die Begeisterung mit seiner Geburt. Punk, Tischlerlehre, liebt Mountainbikes, generell Fahrräder, zog mit seiner Freundin nach Weimar, sammelte Kronkorken für einen Bodenbelag in seiner Wohnung.

Josefine, die Jüngste, war immer auch die kleinste und gut aufgehoben bei uns. Wuchs so sehr, dass sie heute fast so groß ist wie ich. Studiert im Norden der Republik, ich weiß nicht wo. Angenehme Gesprächspartnerin bezüglich linker und grüner Gedankengänge.

Felix, Josefines älterer Bruder. Der Ruhepol. Sah zeitweise aus wie ich mir Marx in seinen jüngeren Jahren vorgestellt habe. Zog nach Flensburg, studiert dort, kam aus sich heraus, wurde zum total verrückten Huhn.

Katrin, meine Schwester. Fantastin und Sportskanone, eher ruhiger, aber dennoch immer mit dabei, herrliche Lache. Blieb in Erfurt, Ausbildung, Schichtarbeit, Krankheit, Studium. Liebt Tiere.

Maik, mein jüngerer Onkel, eigentlich kein Bestandteil der Bande am Petersberg, weil Sohn meiner Großmutter väterlicherseits, aber an diesem Tag wie selbstverständlich dabei. Eher gemütlich, aber vollends verspielt. Zog in der Republik herum, arbeitete bei Schlachthäusern Knochenjobs. Kiffte einiges. Meldete sich 2009 versehentlich per SMS zum Neujahr. Seitdem kein Kontakt.

Jochen, ich, bekam noch die Kurve beim Abitur, Soldat, Informatiker, zog nach Frankfurt und wurde Vater.

Das Laubfeuer brannte uns die Nacht aus unseren Augen. Knistern, Lachen, Blödsinn machen. Es roch herb, Laub vom Walnussbaum brannte. Einige der gut im Inneren des Lagerfeuers gestauchten Blätter stiegen auf und verglühten im Nachthimmel. Wir löschten alles im Umkreis des Feuers was nicht brennen sollte und freuten uns auf Weihnachten.

Sie können ja gar nicht sortieren!

Zunächst: Applaus! Liebe entgegnen. Allen Seiten. Meine Fäuste halten Bleistifte.

Und wenn jetzt gerade die Wurzeln der Bäume Knospen haben, im Erdreich aufgehen, platzen, sich entfalten, Blätter bilden, Blüten, wir die Kronen als Luftwurzeln sehen? Im Süden ist ja Frühling.

1989
She's dancing
Silence is violence

Du hörst genau hin, nimmst dir Zeit. Du sagst, »Neo Romantic passt«. »Es gab da diese Strömung in den Achtzigern…« Ich höre leider gar nicht so genau hin, die Eingeweide gleicht einer eben gefüllten Wärmeflasche. Annehmen.

Der Vollständigkeit halber: die halbe Nacht liefen die Streifen der Straßenlaterne, der nächtlichen Autos wie weißes Wasser das nachtschwarze Fenster hinab. Mohnblum'nrot bemaltes Papier, jeder Winkel des Zimmers einfacher Atem. Dabei liebe ich es im Regen zu schlafen. Viele meiner Freunde regnen nicht und ich frage mich, liegt es an mir? Stundenlang auf der Suche nach Liebe und Anerkennung durch die von der Dunkelheit abgeschlossenen Stadtteile gelaufen. Fand mich auf Geh- und Feldwegen wieder. Nahendes Dunkelblau, hellgelbe Straßenlaternen zusammengebracht und gelacht. Die Füße den Turnschuh'n, die Haarspitzen der Luftfeuchtigkeit gewidmet. Vier Kilometer Weg zurück. Das ununterbrochene Geplapper der Tochter, der ernsten, schweigsamen &mdash: ein Balsam. Verdammt richtig fühlt sich das an.

Erträumt: An die Wand gestellt, gedrückt, gezogen, angenähert, langsam, tief eingeatmet, Lippen berühren, geküsst, in Nacken gegriffen, in tausend Händen detoniert Zärtlichkeit. Kugeleinschläge Fingerspitzen.

Und: Wie warm Beton riecht, aufgegossen mit der versehentlich verschütteten Wasserflasche im geschnitten scharfen, heißen Sonnenlicht eines Sommernachmittags. Angefasst. Unterm Hemd, unterm Shirt, die Strandhaut.

~

Jener Sommer, das ruhigste Meer.

Schönschrift.

Zwei weiße Steine im Fensterbrett. Aus'm Flußbett eines jungen Baches, gefunden und für schön befunden von einem Jungen, abgelegt und eingedrückt im Zorn in der Ecke stehen zu müssen. Das Holz ist weich, die Steine hart und sein Unmut gerecht, so glaubt er. Über die Jahre wuchs das Holz der Fensterbank, auch hier kann er dem Unterricht folgen, um die Steine, rund und schön und blütenweiß, und vereinnahmte sie und seinen Zorn.

Verrauchte Stadtblumen auf betonfarbenen Schautafeln, ausgerollt und ausgestellt und abgestellt, millionenfach angesehen, verinnerlicht und aus lauter Langeweile vergessen. Tische und Stühle so unbequem, er möchte mit seinem Sitznachbarn tauschen, vielleicht ist es ja dort besser. Königsblaue Tintenfinger.

Anstrich dünn, Abstrich dick, Er versteht nicht viel Niederländisch, aber er versteht dass sie, die Lehrerin, Schülerin ward vor Zeiten, in solch einer altertümlichen Schule, dass sie diese Worte so oft hörte, dass sie sie erbrach, dass sie heute Grinsen muss wenn sie wieder und wieder intoniert, dass es auch glückliche Erinnerungen sind, die sie just in diesem Moment durchdringen. Anstrich dünn, Abstrich dick. Wahrscheinlich gibt es das Wort Abstrich im Deutschen gar nicht in der Bedeutung Feder bewegt sich abwärts, ist nur eine Kopfgeburt des zwischen zwei Sprachen leben. Er hält die Lineatur schief, wie sie gesagt hatte. Die Anspannung des Körpers. Die von sehr viel Willen erzwungen gebundene gerade Linie des Armes, des Federhalters, das verwinkelte Papier, das Kratzen der Feder, es lohnt tausendfach. Als zündete er, als entstünde märchenhaft verschlungenes Wachstum der Pflanzen im Frühjahr: verschlungen, verspielt, gekräuselt, sich windend, doch wachsend, zart erst, ausschweifender, mutiger werden, ausbildend, erste Knospen, doch halt! Das zarte Blau der kaum vorhandenen Anstriche stützt das Eigentliche, die dick gezogenen Linien, die Kerne der Buchstaben, die Essenz. Edel, anmutig und fein und, wie abenteuerlich, aus der Ferne, den Brief an die Daheimgebliebenen, erkennbar am auch in der lebensfeindlichen Wildniss säuberlich schräg gezogenen Linien — so will er schreiben. Die laufende Hand. Nach Hoogenboom und Moerman, sagt sie auch andauernd milde lächelnd.

neulich, neulich als ich dachte:

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?


Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

Aus Strandland.

Sand, scharf schneidende Körner, auch perlrunde, die, treffen sie denn des Läufers Waden punktgenau mittig, auf der Haut, auch die unter der Haut befindlichen Muskulatur, eben noch gut und gerne und unbewusst benutzt, weil gerannt, schnell und dringlich, einen kreisrunden Einschlag verüben, Wellen Haut, und Muskulatur, breiten sich aus und verschwinden leise plätschernd im Surren, hundertfach. Der Mann steht am Meer. Die Hosenbeine hochgekrempelt. Das Hemd in der Hand ist dabei in eine der hinteren Hosentaschen gestopft zu werden. Flatterhaftes T-Shirt, steht schräg. Kein schwerer Atemzug entfleucht ihm. Der Mann und die See sind bekannt.

Wie schön sie ist, wie schön sie sind! Und doch stehen sie: er, die See — der Sand fliegt. Wie zu verschenkende Katzenkinder aus der Hand gerissen werden, so nimmt sich das Land das Nass. Die See sagt gar nichts. Ruhige, gekräuselte See. Sand dringt tief in dich. Körnerhorden, vom Winde aufgestachelt zur Rage, verschlingen dich, scheinbar gleichgültig singen sie, versinken sie, bauen Türme, Matschburgen unter Wasser, deines. Die See verteilt so gut sie kann und versagt, erst zentimeterweise, schließlich Meter um Meter. Er wird bei ihr sein, kaum wahrnehmbar, tausenden winzig kleiner Steinchen widerstehen, bluten vielleicht.

»Das Dünengras wird fliegen, sich anpflanzen, Erde, schwarz, vom Hinterland, fest und saftig, wird sich setzen. Traktoren werden kommen, denken, ich sei eingeschlafen, werden traktieren, säen, nur das Beste wollen, das Gegenteil erreichen. Deswegen passe ich hier auf. Notfalls mit bloßen Händen.«

lalala (Text vergessen).

Die Augen schließen, Wasser sehen.

Der eine, durchaus alt zu nennende Mann im Freilichtmuseum am Hafen, der, wenn man ihn ließe, mit dem Blechreifen spielte wie ein Kind, stundenlang. Ein kleiner Junge war er, in seinen Augen weithin sichtbar in sich, sein Körper, wohl gezeichnet vom Alter, gewann seine frühere, längst durch Ausprobieren und Neugier erlernte, benutzte und verbrauchte Spannung zurück, als er, der alte Mann, den Ring lachend über das Kopfsteinpflaster führte, er nicht davon ablassen konnte, um zwei, drei, vier, fünf Häuser lief, den klirrend lauten Ring wie einen jungen Hund bei Fuß - und alles schepperte. Lachfalten, seine die meinen.

Lindgrünes Meerwasser. Schaumkronen gestreift und vom Wind zerfetzt im klarsten Weiß, das man vor dunkel drohenden Wolkenbergen hergeben möchte. Eine Wäscheleine flatternd unbekümmert lachender Sommerlaken im drohenden Unwetter, so Menschenkinder sind wir.

Glitzerndes Wasser im Hafenbecken von Enkhuizen. Alles was er berührt wird zu Gold.

Die See von bleierner Farbe und trotz der Angst, badete ich, erst zögerlich, dann aufgefordert ehrlich nackt und bloß, überzöge mich ein grauer Schleier, kalt und unklar und frierend bis ins Mark, ist dermaßen unbegründet: Wenn jemand fragt, ich malte Wellenlinien in die See, angeführt vom vorsichtig tastenden Zeigefinger. Das Wasser, kippte ich meinen Kopf außer Kontrolle kopfüber in den Nacken, Wasser lief mir in die Nase, in die zum zufrieden schmunzelnden Lippen, zwischen die Zähne, in die Mundhöhle, Salz, Blut pochende Schläfen — ich ertrank im Warm und Grau, Warm und Grau und lachte dabei. Ernster Seemann, von Rechts wegen.

Wenn alle Autos gestohlen, die Abendbrotszeiten vergangen, der Hunger groß und das bisschen Barfuß nichts wert sind, läufst du garantiert. Es sind deine Grenzen! Balancier auf ihnen! Seltsame Liebe anderer Leute Wohnung. Backsteinstapel, weiß gestrichene schmale Fensterrahmen, riesige Fensterscheiben auf denen steht: Eintritt frei! Kleinste Räume, jegliche Nuance Detail sitzt gefühlt. Fensterbretter zum Draufsitzen, zum Passanten auf Bauchhöhe beobachten, zurück in den alten Tagen, Plattenspieler aus Holz, sparsam, doch pointiert dekoriert. Ausreichend, die Note, kommt mir in den Sinn.

Schilfkolben
Zugvögel
barfuß
Wellenbrechen

Sollte ich jemals ein Boot besitzen, darf es nicht schön sein. Schöne Boote sind hässlich. Gib sie mir abgehalftert, mit abgeblätterter Farbe, zerschlissenem Segeltuch und einer heiden Arbeit. Dann werde ich vielleicht zufrieden sein, abgearbeitet am Abend im Hafen, die alte Sonne betrachten, die Hände rissig und aufgequollen groß, und atmen werde ich, wahrscheinlich. Wasser trinkend. Salziger salzender Fisch und tiefes Betttuch.

Vom Verbergen.

In Wäldern.
Feldern.
Kleingartenanlagen.
Parks.
Schwimmbädern, unter Birken.
An Straßenecken, deren scharf geschnittene Schatten.
In fremden Treppenhäusern.

Brüste wie Versprechungen, wie Sommeräpfel in den Händen. Klar, saftig und sauer, wenn du nicht bekommst, was du willst. In rauen abgearbeiteten Händen halte ich diese Früchtchen. Die Knospen leise erregt. Du weißt, du gewinnst. Das macht dich sicher. Sonnenlicht führt meine Hand, dein negligéhaftes Nachthemdchen zwischen deiner und meiner Haut, in dein Höschen — ich halte dich. Du liegst in meiner Hand, weil du das willst. Ich reibe dich mit Seide auf, und nass und rot und geschwollen wie du bist, dringt das Sonnenlicht in dich oder mein Blick. An Pfirsichhaut, bitte. Honigspuren, du tropfst das Parkett voll.

Pur. Ich hab's probiert, zum Säufer werd' ich nie. Ich liege, den Zimmerboden im Rücken, überstrecke den Hals, um ja aus dem Fenster und die Wolken in ihrem Fluß sehen zu können. Ich hab' mir meine Zukunft noch nicht ausgemalt. Licht, Luft und Sonne für alle. Ein Bindfaden am kleinen Finger. Als ob Schleifen halten! Wohin führt das nochmal?

fig.

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?


Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

Elektrisches Licht, ich weiß jetzt wieder wie es aussieht. Hosenbeine, zum Reinlegen schön, geäderte Arme, meine, Schweiß läuft, Atem geht tief rein/raus. Tanz. Setz dich auf meine Hand. Fingerspitzen an deiner Hosennaht, das Becken kippen, zittern über hunderte Kilometer hinweg.

Bei all dem Getanze, all dem Exzess, zwischen dargebotenen, ausgestellten Körpern, schneller Feierei Tränen der Schönheit vergossen. Festgestellt, im Blitzlicht einer Bühnenshow in den vorderen Reihen, ich werde immer alleine sein. Ein ermutigender Gedanke. Sind Gedanken nicht schneller, umfassender, klarer als Sprachbilder, ungenügende? Wenn dann verstehen andere, auch dir nahe stehende, nur Fragmente deiner Selbst — sind sie denn genügend übersetzt in die Bilder, die ich annehme, dass sie sie verstehen wie ich sie meine. Und: Es ist keine Schande allein zu sein. Wir sind es alle. Wenn wir sachte miteinander sind, können wir uns auf eine gemeinsame Sprache einigen. Mit der Zeit.

Ich bin mal wieder unhaltbar rasend schnell verwoben mit der Umgebung. Meine Arme sind der stille Fluß, der Kopf die nachts arbeitende Bäckerei, die Bäume, der Weg, das Gebäusch, meine Beine. Zöge ich das T-Shirt aus, das bisschen Restlicht reflektierte, die Wasseroberfläche mein Brustkorb, Herzklappenforellen. Im Fluß schwimmt die Nacht. Im Hocken kommt der ungestüme Wille hier die Nacht zu verweilen, Sternschnuppen und die Angst: Ich bin ja unsichtbar. Schlaf findet mich immer, Mädchen im Grünen.

Das bisschen Laken, das ich zum Schlafen brauche, um die Hüfte gewickelt. Nackte Haut ist Kleidung, Kaiser. Unterm offenen Fenster liegen, der warme Wind streichelt mich tagwarm. Auf! Auf auf!

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