Scham sieht schlecht aus.

Eingebildet atmen Menschen auf, aufs Geratewohl und obwohl die Luft schärfer als ein Brotmesser geworden ist. Mannigfaltige flügelleichte Leichtigkeiten bebildert im Rauswurf von Ballast und Vorgenommenes und auch Umgesetztes erleichtert ebenso wie Nestbau, das Ausbessern dieses Nestes mit eingebrachten Ideen und eingeholten Umsetzungen und Pläne, Pläne sind das Wichtigste – ReiseReise. Das alte Spiel beginnt, angefacht und eingeheizt vom verlorenen Jahr. Ein neues, weißes Blatt Papier.
Ungeschrieben auch: gesetz dem Fall da ist ein Junge oder junger Mann oder nur Mann oder nur alt und ein Mädchen oder junge Frau, usw. und angenommen ihr Geschlecht ist egal, sie werden sich lieben, wie sich schon jetzt welche lieben oder ihre Liebe zu vergessen suchen – unter einem Kopfkissen mag das Ganze wild wirken, und vulgär und peinlich und zum Lächeln anregen, wenn man es sieht, oder nur erregen – weil aber Liebe unvergesslich ist, und immer da, wie das Stück Herz auch weg sein mag, und wenn du mich fragst »Wieso?« antworte ich »weil es Frühling wird.«, ist es so: schamlos schön.
Schwimmer.
Ich sah dich sitzen, oben auf der Kante. Ein kleiner Hase, verbissen in deinen Lippen.
Packen. Nach links sehen, was kommt als Nächstes? Von dem Schlag vergleichbare Herzen, dass wir nicht gemeinsam auf’m Balkon an der Balustrade stehen können, wenn die Sonne scheu scheint, weil ich dich ansehen muss, wenn du die Augen leise schliesst und genießt, du mich auch. Orangefarbene Lider, ehemals weiße Gardinen dämpfen den Außenraum. Damit Weich wie du wirst, damit ich dich verstehe, sehe ich dir nach. Für Nichts auf der Welt! Das ist mein Umsonst, ich will es behalten.
Schmetterlingschnee [wild wintern].
Der Herbstraum ist entschieden zu weit gegangen. Sachte fällt Schnee der Länge nach hin, verwässert, ungleichgroß die Tropfen, selbst die Größten unter ihnen vertrocknen zu flaugrauen Staubflusen. Ein zerregneter Vogel schmilzt, im aufgeplusterten Federkleid nur Luft. Kalte graue Luft, allenortens, als würde Würde uns etwas bedeuten. Wir haben Gedanken eingemacht. Gepflückt, gesüßt, verkocht, versüßte Späterzeit: sonnenwarm, gebräunte Haut, mohnrote Wangen, gehauchte kornblumenblaue Vorhänge, dahinter versteckte Nacktheiten, offen aufgetragen. Auf kleinen Schildern. Städte brauchen Niemand. Hoffnung überdies, Hoffnung innewohnt dort. Im kleinsten Teil des Einheitsgraus, deinem Lieblingszimmer, sitzt du auf einem Stuhl, auf dem Boden oder liegst und malst dir aus was Wunderwelt wäre. Das Fenster, die Rahmenhandlung soweit drehen bis wir es sehen können, ein Kirschbaum holt tief Luft.
Immerwährender Frühling
Immer während des Frühlings, der ein Winter sein sollte, stand ungeschrieben gesetzt eine junge Frau, verallgemeinert, an der Bushaltestelle. Diesjahr war das Bushaltestelleschild das eines S-Bahnhofs, sie hatten aufgerüstet. Das Spiel, fortwährend, wiederholt unter Konstanz individualisiert: sensible Blicke, gespielte Desinteresse – man kennt das. Ich sah ihnen zu, wie ich Dinge aufnehme, wie das aufgeplusterte Gemütlichmachen der Amseln in den Weidensträuchern, die ebenso plusternd ihre Knospen aufrichteten, mit einem Lächeln. Mitten im Winter, unterm Knarzen und Quietschen einer einfahrenden S-Bahn nährten sich und näherten sich und küssten sich eine junge Frau mit bebommmelter Eulenaugenmütze und ein ebenso weichherziger junger Mann mit genau abgestimmten Nieseltropfen im Haar. Gitarrenwände, Tusch!
Streng genommen ist es so einfach (so). Man könnte – zum Himmel – ausgestreckten Armes irgendwo stehen und es würde geschehen, wie es passiert, wenn es passiert. Keinesfalls suchen.
Ich suchte die Langeweile. Kein perfekter Plan, aber soweit ohne erkennbare Kanten, an denen ich mich verletzen könnte, dass ich es versuchen und gewinnen musste. Ich ging unter die Vagabunden, log und brach mit, besser auf Geliebtes und Festgesetztes, B – u – c – h – s – t – a – b – i – e – r – t – e – s mit aufgelegten Regeln, als ob Diese dadurch Jene würzen würden, und verschied.
»Moment! Ich brauche meinen Winterschlaf«, sagte der alte Seebär, und hielt, die festen braungrünen Augen auf jene Wandecke des Zimmers gerichtet, die, wäre sie die weite See, einen Fixstern bilden könnte, und wenn man sie im Auge behält und darauf achtgibt, kann man einiges erreichen.
Bitte, ich kann noch nicht.
Der Maschinist.
festgefahrener Schnee und Stühle mit Streifen. Warum nicht? Polyfon zwitschern neugieriges Gevögel, brutzelndes Essen und knisternd einfallendes Sonnenlicht dermaßen durcheinander, dass, würde man dem Ganzen nur ein Fitzelchen Musik zufügen – eines zum Mitsingen – Alles aus den Fugen geriete: Essen würde anbrennen, Sonnenlicht einstürzen oder Sie oder Er würden kommen. Bitten. Wer ist schon ein Held? Hältst du? Der Maschinist sagte nicht viel, hielt Stand und fest die Szenerie, sprich das Buch in der Hand und malte aus.
Unter Vorsatz: guttun.
Metallen im Geruch, Bisse im Wind, Keiner will sich schlechter stellen. Wo die Schienen hinführten blaut die schwarze Nacht. Ich sah Schneeglöckchen eingepfercht in altem Laub, angestammt am Ersten von allen Plätzen. Die Heizer kommen. Tage zuvor verfing sich Sonne in einer Schonung junger Buchen. Ich hockte am Bach. Wasser wie Eis, aber klar und deutlich flüsternd. Auf einen Moosfleck, getränkt von einigermaßen regen Regen, sah die Sonne besonders deutlich. Er leuchtete lindgrün. Metallener Geruch, verbissen im Wind, Keiner will sich schlechter stellen – zusammengetrieben wie Schweine. Nackte wie Wunder, ohne Anziehsachen.
oh.
meierrr•sophiamandelbaum•herzscheiße•nachtwerfen•ruhepuls•
anmutunddemut•delphinehauen•oh, orinoco•annachillmaey•
someone.•milchkleid•lenecorso•dethjunkie•bisaz•dragstripgirl•wolke
steinbart•argh!•
(ich kenn einige von euch nicht mal beim namen.)

