alles über kinder erziehen.
«Mir wär’s am liebsten, wenn du im Gesindehof auf Blechdosen schießen wolltest», sagte Atticus eines Tages zu Jem, «doch ich weiß ja, daß du auf Vögel aus sein wirst. […] Aber vergiß nicht, daß es eine Sünde ist, auf eine Nachtigall zu schießen.»
Dies war das erste Mal, daß ich Atticus irgend etwas als Sünde bezeichnen hörte, und deßhalb sprach ich mit Miss Maudie darüber.
«Dein Vater hat recht», sagte sie. «Nachtigallen erfreuen uns Menschen mit ihrem Gesang. Sie tun nichts Böses, sie picken weder die Saat aus dem Boden noch nisten sie in Maisschuppen, sie singen sich nur für uns das Herz aus der Brust. Darum ist es eine Sünde, auf eine Nachtigall zu schießen.»
[…]
Atticus saß unbeweglich und starrte auf den Fußboden. Endlich hob er den Kopf. «Scout», sagte er leise, «Mr. Ewell ist in sein Messer gefallen. Kannst du das vielleicht verstehen?»
Atticus sah aus, als bedürfe er der Aufmunterung. Ich lief zu ihm, nahm ihn fest in die Arme und küßte ihn.
«Ja, ich verstehe es», beteuerte ich. «Mr. Tate hat recht.»
Atticus schob mich ein wenig zurück, damit er mir in die Augen blicken konnte. «Wie meinst du das?»
«Nun, es wäre doch ungefähr so, als würde man eine Nachtigall stören, nicht wahr?»
Atticus zog mich an sich und rieb sein Gesicht an meinem Haar. Als er aufstand und über die Veranda ging, war sein Schritt wieder jugendlich. Bevor er das Haus betrat, blieb er vor Boo Radley stehen. «Ich danke Ihnen für meine Kinder, Arthur», sagte er.
To Kill a Mockingbird Harper Lee, 1960
stillleben.
die straßenbahn schaukelt, tuckert, die huckel der schienen aus gewohnheit nehmend, stadtauswärts. wohnhäuser, von denen man nie geglaubt hätte, sie könnten solche menschen ausspucken, tun es. sehen dabei unschuldig schön aus, im versuch – der menschen – farbe darzustellen. lächeln. die zugestiegenen, der auswurf der schönheit, verziehen keine miene, meinen sie, aber sich in eine der vielen baulich bedingten ecken der straßenbahn zurück. fläzen in verrenkten posen. verrückt, transport an sich. vor den fenstern wechseln industriegebiete alt angestammte wohnsitze aus, wie simpel verschrobene bilder. mehr ausstieg als zustieg. die urbanen vorstädte, die vorstadtgärten, die kleingartenanlagen kurz vor den dörfern, noch dahinter, sind noch fern. die gedanken der mitfahrer auch, bei nichts gutem. oder doch? sie verraten es nicht. geheimnisträger.
du stehst an der endhaltestelle, am auto gelehnt. kleingartenanlage. keine rentner, nur familien. küssen, endlos küssen, und einen garten aussuchen für den tag. vielleicht mit pflaumenbaum. es ist doch die zeit dafür, sagst du.
aufnahme.
wunder was august. monat der geschäftigen trägheit. der vielfalt, der eingebrachten ernte und des stillen verdachts die äußersten umstände könnten ewig so anhalten. auf sonnen, ausgeruhten früchten erträgt sich zorn. mit zucker oben drauf. im scharf geschnitten licht, im einzigen noch nicht geschnitten, golden korn, im schäferstündchen liegt beruhigend zuckerbrot.
//kugelhagel. die spitzen der ersten kastanien verneinen. den duft der engelstrompeten (nachts) mit sommerregen auf beton (tags) verwechseln.
das tier im menschen.
andererseits im hellgelb der sonne gestanden, gelaufen unter jauchzend baum, teer, tier. den vögeln blöde namen gegeben, unsere. es ist ein glück. dort wo angst schande ist, schade, auch verleugnen groß geschrieben und, hoch gehalten, dennoch allgemein akzeptiert wird, dort hielt ich mich auf: unter menschen. als umstand unvermeidbar, sie zu lieben, nicht. wie können verhaltensweisen anekeln, wie leicht möchte der asche auf häupter prügel folgen, wie wenig ist das die eigene verantwortung, aber das bad mit dem man dann doch selbst ausgeschüttet wird? das ist nicht immer. heute also loner, mal wieder.
dann liegst du plötzlich auf dem rücken. bestandsaufnahme. die bäume: rauschen unentwegt. sonne: knallt. wind: geht. das ist kein verleugnen. sich spüren mit einer körperlichkeit, die als verlangend, gar unersättlich, beschrieben werden kann, wenn diese worte von der zeit nicht sexualisiert worden wären oder sie vollends träfen. vielmehr ist es eine sehnsucht. eine die den steppenwolf in die stadt triebe, die straßen fegen ließe (die sein tod sind), nächtens, mit nichts mehr denn seiner gier, von seinen lefzen tropfend. suchend nach dem ich. das ist er+ich.
//das ekelt mich an. das ist nicht meine art.
verben.
unumwunden gerade heraus stocken, ungesagt lassen, was im raum stünde, säßen wir nicht bereits auf den boden der tatsachen. tatsache, sonnen. übersetzen wäre was ungemein sagendes. aus gras blumengebinde erst falten, dann drehen. das darbieten sich nicht trauen. fallen dir die hände nicht auch ins gewicht? binden wir sie zu den grasbündeln. außer frage stehen, hoffen ist geteiltes gut, besser: gehört verfickt nochmal vervielfältigt. soviel ist sicher: mitfühlen ist auch trost geben. mein grün ist dein grün, du magst. so gesehen schenkte ich es dir letzthin doch. ungesehen gefühlt. oh wunder was anstecken. baumglitzern. rauschen, auch ab-. zeit teilen in dieser zeit.
too much °too young.
für diese nacht noch begnügen. //aber.