zuhause [autoscooter]

heimatliebe.

ganz am anfang, es dauert keine 3monate reisebereitschaft und diverse glückserfüllte wiedersehen und tränenreiche abschiede, definierst du ganz automatisch heimat und zuhause und differenzierst zwischen beiden. schließlich und endlich kommt man ja irgendwoher und abgesehen vom geschenk des hochdeutsch mächtig sein, konnten dir deine eltern scheinbar eine gute menge nützliches für dieses leben mitgeben. eines der besten ist: sie machen dich aus. irgendgeartet und sie besitzen dieselbe stärke, die du dein eigen nennst.

einteilen in heimat, das ist da wo man freudigst erwartet wird und unter tränen | versprechen verabschiedet, und zuhause, das ist da wo man zunächst nur gleichgeartete findet, aus allen teilen der republik: eine andere stadt. du liebst sie nicht, dir gefällt das neue, verspielte, vielleicht rauere an ihr und in manchen nächten wirst du die trinkhallen mögen, nicht das publikum, die stets ruhige unruhe, die diese stadt ausstrahlt. du findest sogar einige flüchtlinge, die aus deiner, ihre heimat leugneten, aus verbitterter enttäuschung, die sie als kind so eigentlich gar nicht entwickeln konnten. die meisten jedoch sind dein schlag und du hast noch keinen namen dafür, wie man als kleinkind den dingen einfach keinen namen gibt. sie haben [du hast] keine heimat mehr, dafür jedoch heimatliebe.

für Reise ... by phospho

die jahre verteilst du mit ihnen großzügig auf autobahnen + bahnschienen, gibt dir ja keiner wieder, das gefühl geborgen zu sein. so bist du also zufrieden mit euphorischen empfängen und tränenreichen abschieden. die zeit dazwischen jedoch hat sich verändert. ganz klar, merkst du, ihr leben und dein leben ist getrennt und du bist vielleicht ein gern gesehener gast, vielleicht ‘einer der’s geschafft’ hat in ihren augen, vielleicht etwas zu leisten wovon sie nur geträumt haben: dem ausbruch. doch längere gespräche stellen sich nicht ein, sie haben ihre themen, du die deinen, sorgen ebenso und wenn man nicht ständig in vergangenheit tauchen will und du nicht ganz doll aufpasst, verlierst du sie. stichwort qualitätszeit. diese lässt sich wiederum nur mit einigen, wenigen verbringen und du spürst schnell wer dir diese wichtigsten sind.

wieder verteilst du jahre großzügig auf autobahnen + bahnschienen, nennst dich selbst reisender und von der sehnsucht befallen und die letzten, die hofften, du würdest vielleicht irgendwann wiederkehren, geben auf, finden sich damit ab mit dir, dem reisenden. die nicht so nahen sprießen, sie kennen dich nur noch aus erinnerungen der, ihrer kindheit und die vorbildfunktion die du damals™ inne hattest, hätten sie wohl gebraucht, in sturm+drang aufgeklärt, hätten sie werden müssen. doch du, du warst nicht da. das schmerzt dich, doch du verbuchst es unter mit den jahren aufgebauten heimatliebenschmerz und online könntest du ja auch. lächerlich, ein gespräch ist durch nichts zu ersetzen und du belügst dich somit herzhaft bis zur grenze von zuhause. du weißt nicht was du tun sollst, weitere in den engen kreis der qualitätszeit aufnehmen? dich selbst dafür weiter aufgeben. noch mehr narben am an den weg verlorenen herzen?

wieder verteilst du jahre großzügig auf autobahnen + bahnschienen. die die ebenfalls reisen sind dir die liebsten. sie kommen dir entgegen, vermischen unbewußt heimat mit zuhause und zeigen, es gibt einen weg, qualitätszeit zahlt sich aus, für dich, für sie und für einige mehr. viele deiner mitreisenden hast du verloren, an die sesshaftigkeit, an unverständnis, an faulheit und es dauert dich jede einzelne von ihnen. du brichst nicht mit ihnen, aber jene art wie du mit ihnen sprichst müsste ihnen eigentlich seltsam fern vorkommen. kommt aber nicht, gar nichts.

home is nunmal where your heart is, singst du. ich trage es mit mir, mit auf autobahnen + bahnschienen, mit in jene fremde stadt, die mir eigen geworden ist, mit meiner familie, mit mir und dort ist’s wo man es auch schlagen hören kann, auch aus der ferne.

[schwer inspiriert durch smikey]

zuhause [autoscooter]

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o

genauso ist es. manchmal sogar schlimmer, manchmal aber auch weniger. na wenigstens sind wir nicht alleine... auf den autobahnen. und so. ein wundervoller text.

-frpeia

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wir kennen uns von der autobahn!? [danke.]

-to01

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klar. sie sind doch der, der immer den stau verursacht... :D

-frpeia

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o

oh, ich fahre nur zu zeiten wo das einzig gestaute die luft vor der motorhaube ist; ist harmonischer.

-to01

5

o

ein gespräch ist durch nichts zu ersetzen nur was ist mit denen, die nicht sprechen wollen, kann man die leichter aus dem herzen streichen?! sollte man wohl, hm? [ich haette diese worte auch so gesagt, haette ich sie jemals gefunden.]

-mainzelmaedchen

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o

leichter keinesfalls. es gibt ja so und so typen; ich kann eigentlich auch nicht reden. [finden die worte denn in den maulwurf?]

-to01

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o

und ob du redest... manchmal genau dann, wenn es gut tut. [zu selten. sie bleiben eher ungedacht.]

-mainzelmaedchen

8

o

wenn es dir gut tut, gerne. [ungedacht? mach' das nicht, bitte. das ist wichtig.]

-to01

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[das ist keine aktive entscheidung, es passiert einfach|nicht.]

-mainzelmaedchen

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o

[so stellte ich mir als junge immer glück vor. so wie du es sagst, klingt es gefährlich.]

-to01

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o

[glueck im sinne von wortenachauszenlassenkoennen oder wie? manchmal ist man vielleicht einfach stumm. oder zu verwirrt um die gedanken in die richtigen worte pressen zu koennen.]

-mainzelmaedchen

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[glück im sinne von nichtdenkenmüssen. ich kann die worte nicht einfach abschalten, auch wenn es dir falschen sein mögen.]

-to01

0 Wald
1 Betragen
2 Wandel
3 Revolte
4 Über See
5 Vertrauen
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