< geschieht recht kleinfamilie
welch fundamentlegend einfache entscheidung die geschlechtsbestimmung im entscheidenden moment doch ist. sie wird einem abgenommen. gut, man selbst ist auch viel zu sehr mit post-sexuellen aktivitäten beschäftigt. doch insgeheim wünschte ich mir schon, als ich selbst noch kind war, irgendwann mal ein mädchen zu zeugen. klar, ich kletterte auf bäume, riss hosen entzwei, prügelte mich ausgiebigst, spielte mit rottweilern und brannte ameisennester aus – nur, um die königin zu gesicht zu bekommen, übrigens. als ich mir jedoch einestages eine puppe zum geburtstag wünschte, muß wohl einiges an diskussionsbedarf zwischen meinen eltern angestanden haben; schließlich befanden wir uns noch im tiefsten mittelalter der stereotypischen erziehung, ich jedoch bekam die puppe. wunschgemäß. die mädchengene in mir haben mir schon damals nicht gerade freunde unter den jungs, aber auch so manche schöne stunde | auch frühkindliche sexuelle ausblicke in die mädchenwelt geliefert. kurzum, ich war seltsam.
heute saß meine tochter, die als geltender rabauke sich selbst mit den größten raufbolden des kindergartens anlegt, zu den tonalen ergüßen von au revoir simones the bird of music, summte leise mit und vor sich hin und kämmte ihre puppe. wer sie kennt, und das tat in diesem moment nur ich in diesem raum, hatte kurz tränen in den augen.
ab da mußte ich dir wieder strengstens verbieten zu trödeln.

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oMeine kleine ist jetzt 11 Jahre und hat nie mit Puppen gespielt. Diese "Phase" der Kindheit hat sie wohl übersprungen, was natürlich nicht beunruhigend ist. Allerdings habe ich mir auch so manches mal Gedanken darüber gemacht, was mal aus ihr werden wird. Nun weiß ich - sie mochte einfach keine Puppen. Denn jetzt passiert alles was in diesem Alter als "normal" gilt. Das heißt zickenterror, schminken und Ansprüche stellen wie eine Große. Eben ganz normal!
-Sylvia
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ooh, ich habe mir nicht wirklich sorgen gemacht. es war nur so schön anzusehen.
-to01