Achtgeben,
das neue Highfiven.
Ein Freund1

1 — to:nulleins

gez.: Der Sommerjunge

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

lose

Flatterst du, flatter' ich.
Flatter' ich?

Schlieren liegen, über Überlandstraßen fliegen keine Schwalben, auf von Kindern, Jugendlichen, Männern und Frauen unter Toben erzeugten Wellen im Freibadbecken. Spritzt, zerstäubt, gickst, bildet Regenbögen, winzige, tunkt, treibt, deutet an, zieht vorbei, gackert, geht unter, taucht auf, toter Mann, totes Mädchen — glucksen noch. Stille, Wasser in den Ohren. Umfassend unmenschliches Geblubbere mit weit ausgebreiteten Armen. Eine Wildgans flattert in gerader Linie über das Becken und die angrenzenden Schattenbäume und Liegewiesen hinweg, den Schnabel ohne Unterlass öffnend und schließend. Wundert sich und schnattert Wunder was. Ich stelle mich kerzengerade auf, Wasser läuft aus mir heraus, perlt gar, und seh' ihr nach. Mein Mädchen neben mir, ahmt mich nach, spiegelt auch. Zwei klitzekleine Menschen stehen stumm im lauten Wasser und sehen einer Gans nach. Später, über den Feldern streicheln wir die lose winkenden Ähren und freuen uns über diesen Vorfall.

In Kronen.

Ha.

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

Besäße ich Besitztum, ich tauschte, ich gäbe (hin - So nimm doch!) — so war ich nur nackt und bloß und staunte. Baumkronen. Ich, in, unter, auf und über ihnen, winkte, wankte mit ihnen, ächzte gar, wobei mir auffiel und gefiel: die Wipfel mit ihren flatterhaften Blätterseiten, diesem steten Drehen und Wenden, ähnelten Schaumkronen, schwankten wie die See. Ein Papierboot aus Fingerhänden falten, zu Wasser lassen, Anker lichten, mit den Augen verabschieden.

&

Ein überraschend ernstes Lächeln ist so ein Sonnenaufgang und stumm dazu. Ansonsten fiept und flirrt und surrt und blinzelt es unnachgiebig, selbst das für Frischluft gelupfte Schlafshirt wird zum geschäftigen Landplatz für bepelzte Hummeln. Kleine Augen, keine Beine halten das aus, wir lachen uns an.

Ich sah das Land dahinter.

führende Leerzeichen

Unzählig Millionen Blüten, so allgegenwärtig, sie könnten nerven, wäre mir nicht jedwede Darreichungsform, sei es vom Wind zerfetzt, im Rinnstein als Fluß, im leeren Einmachglas im sonnenzersplitternden, klaren, kalten Wasser, an der Jacke, im Knopfloch, an Felder oder Straßenecken Banden bildend, zertreten auf dem Gehweg, unter Turnschuh'n oder am Baum, Strauch, Busch oder an diesen winzigkleinen Pflanzen die kein Mensch für möglich hält, weil sie so pünktlich sind, so lieb, so beachtenswert, so wunderschön anzusehen, ich könnte sie hassen ob ihrer schieren Masse. Ich mag Einzelheiten, verleibe mir Details schneller ein als ich sie zerdenken kann. Ich werde platzen.

Maisein (frei übersetzt)
Brüllend heiß ist hier, banal auch. Öffne Fensterflügel, Arme weit, auf der Balustrade stehend. «Ängstige mich nicht, kurzer Moment!» Luftholen. Sprung. Das Zauberwort. Langhals Weißstorch. Verstelle leicht die Flügelspitzen, drehe Kreise, schraube, wende, Spiralen höher. Muss ich schlagen, schlägt das Herz zurück. Geschwindigkeit nehmen, aus Dächern werden Städte, aus Parks Felder. Gefällt mir eine Wolkenfarbe, steh ich auf der Stelle, in der Luft und schlage um mich. Unter Wasser schwimmen lernt ein Storch nie kennen. Hast Du je probiert? Es fühlt sich genauso an. Weniger Widerstand. GEDANKENVERLOREN: Mu|ta|bor flüstern. Später Flosse Walfisch, rotwangig. Fast ein wenig schüchtern. Würden Wale, was zählt, küssen? Fliegen Wale? Manchmal. Aufwachen aus Farben.

Ich sah dich sitzen, oben auf der Kante. Ein kleiner Hase, verbissen in deinen Lippen.

Dass wir nicht gemeinsam auf'm Balkon an der Balustrade stehen können, wenn die Sonne scheu scheint, weil ich dich ansehen muss, wie du die Augen leise schliesst und genießt, du mich, ich dich auch. Orangefarbene Lider, ehemals weiße Gardinen dämpfen den Außenraum. Damit Weich wie du wirst, damit ich dich verstehe, sehe ich dir nach. Für Nichts auf der Welt! Das ist mein Umsonst, ich will es behalten.

»Kannst du aufstehen? Wir müssen weiter!« sage ich, im Stehen die Hände auf den Knien, um schwer atmend nah bei dir zu sein.
»Oui.«
Ich mag es, wenn Du im Trotz französisch sprichst. Blut tropft von deiner Lippe. Du schmierst es auf meine Wunden. Kleine, große Geste Zärtlichkeit.
»Natürlich.«

An: Ziehungskraft

Ich kann Sorge tragen, dass mir Stacheln aus einigen Poren wachsen. Sie sind stichhaltig beweiskräftig, eine Waffe der Blendung und verbergen die feinen, die weichen Züge, jenes hallendes Gefühl, das ich den Menschen entgegen bringe, nur, aber sie helfen ungemein.

In einem Treppenhaus halten. Die führende Hand am Geländer, abwärts flitzen. Fliehkraftkurven nicht umschiffen, anstreben, Kopf in den Nacken, genüsslich offen, juchzende Augen.

Erkläre alles. Reise Reise. Ankommen ist mir nicht, ich bin, irgendwie. Neinaberja, ich bin gern allein, und jeder, der mich liebt(e) ist gern mit mir allein, weil ich die Stille des Raumes stehenlassen kann, steht sie zu mir, offenbart kaum geschwungene Linien, aufgeblitzte, aufgeschlitzte Wahrnehmung, offen Sicht. Weil ich die Schnauze halten kann und verstehen, stehe ich an einer Wand, die Sonne drückt ab und schießt mir in den Kopf. Geschlossene Lider. Orange wird zerfetzt. Kleine Flecken, türkisfarbene.

Augen ziehen mich aus.
Ich zieh mich aus für Augen.
Ergibt sich.
Sich ergeben.

Dort schlafe ich. Das Eis der Nacht weicht einem immerwährenden Frühling für einen Vormittag auf dem Dach. Ich trage ein Hemd, das das verletzte, ja beleidigte bedeckt, weil es nicht ausgeführt werden wird - noch nicht - weil es schlafen muss, mit mir, hier am Anfang. Auf die Geburt der Mutter Natur wartet - ein Augenreiben - einer ihrer Söhne.

Beleuchteter Hafen.

Es ist nutzlos zu sagen, dass der ganze Stadtteil nach Senfsoße riecht — das ist alles was wir sind.

Kalt und unklar. Empfindlichkeit in zentimeterdicke Federn verpackt. Was schwerer wiegt, ein Kilo Winterjacke oder ein Kilo Blütenstaub, ist keine Frage die ich zu Beantworten imstande bin. Ich bin voreingenommen, möchte es sein und still und stumm, wie ich äußerlich erscheine, tobt und trampelt in mir die Ungeduld Kreise. Vielleicht bin ich deshalb unvorsichtig? Trieb mich rum, mit milden, doch flackernd feurigen Augen. Es tut mir leid. Ich kann nicht dabei bleiben. Selbst mit der Einsamkeit zu zweit, jenem dunkel gezeichneten Bild, das mich stets beruhigte, sage ich: Bestäube mich!

Sonnenlicht schneidet die S-Bahn entzwei. Ein Kuss? Alle schließen die Augen, weil sie nicht enttäuscht werden wollen. Alles was je glänzte, in einen Moment, bitte.

Kann ich Tanzen?

Litt, fingerte an den fleißig hoch gekrempelten Hemdsärmeln, sie zurecht zu zupfen als Verkleidung. Dabei schlief ich, Wölfe fern, träumte weichere Haut als die meine, Fremde, vertrauen und ein meterlanger kirschroter Schal, wehend im Wind der weithin offenen Wohnung.

Immer frühere Morgen.

Es ist nur dunkel, kein sicherer Tod.

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

Leitwolf Licht.

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

[001À la lumière des diamants 002Team Ghost 003Regen 004Fire 005Cruelty 00680 Windows 007Forgiven/Forgotten 008So Clear 009Isi 010MAN LIKE YOU 011Into The Trees 012Get It 013Feed Me Diamonds 014Fulcrum4 - Fourth Message (Dead mix) 015Der Anfang ist nah 016Das Erdgeschoss 017Very Cruel 018Make Room! Make Room! 019Suchmaschine 020Die kapieren nicht 021For the Day 022Sur la planche 2013 023In Gelbtönen 024Lay Down Your Blade 025Work That Body 026mitbewohnerin 027Danseur de Ballet]


Nimm' ein Mixtape, Baby!

Sie können ja gar nicht sortieren!

Perlt Mut? Schäumt er? Klatscht er wie Sperma zwischen spitze Brüste, atmen in Lendengrübchen? Straßen aus Zucker. Die Finger fest im feuchten Kuchen der stolzen Nacht. Die Turnschuhe sind nicht müde zu bekommen. Das Fleisch stakst nur noch auf Stelzen, Stahlträgern gleich. Die vollen Handflächen in den kalten klaren Bach drücken der ein vom Bordstein gestütztes Rinnsal ist, fast ersticken so kalt. Ein Ende der Bahnstrecke in der Hand halten. Der Krähenbaum ist ein Wallnussbaum dessen Blätter herb riechen wenn sie verbrennen. Die Krähen umflattern das Feuer als lachten sie. Ich habe den Winter entfacht. Aus Eigennutz. Die Allmacht der nimmermüden Autobahn was erneutes Einschlafen meinerseits betrifft.

Nach drei Monaten fort, daheim sein.

Diesiges Sonnenlicht, leicht, schal, getränkt mit zuhauf flirrenden Insekten. Drängen sich ums, ins Licht ihr Menschen! Die Bäume sind klüger, sammeln ihr Grün ein als wäre nichts, bereiten sich vor, gehen schlafen, in der Waschküche, im Keller die gelagerten Äpfel, eingemachtes Obst hinter liebevoll beschrifteten Zetteln, als müssten wir den Verstand freimachen für die wichtigeren Erinnerungen.

Ein sehr großer Mensch
Ich presse mich in die Gänsehaut, die mir nicht passt, aber steht, stachel abwesend, obwohl ich wohl und warm, mit heiß gedachter Stirn die kühlen Fensterscheiben suche, ich doch herbei sehne, die Anzeichen: Kornblumenblau auf schwarzen Stränden, die Asphalt einer Landstraße, einer Landstraße zu Fuß sind. Weil das Blut des - ruckedigu - Schuhs nicht zum Schatten werfenden Grün der Allee passt, die Straße vermutlich irgendwohin führt, was ich nicht beabsichtige, zeichne ich Landstrich um Landstrich mit einer Bleistiftmine guten Mutes, kühle Fuß und Kehle an klickernd glucksenden Bächen, treibe Rum und ehrliches Essen in mich rein wie Nägel in müde Giganten aus Fleisch und Stahl. Die perfekt funktionierende Maschine, der riesenhafte Roboter, der ins Meer ging, dort einrostete, weil ein Vogel sich auf seiner offen aufragenden, prüfenden Handfläche niederließ, sie für gut genug befand, mit dem Nestbau begann und nun aufzieht. Ich, der Roboter, sehe zu. Mit milden Blicken.

Die Einsamkeit in mir ist ein Platz.

Dieser Platz wird verschwinden.
Ich sage, »Rückt näher zusammen!« und bin doch selbst noch fern von Daheim und auf weiter Flur, meinetwegen verloren. Im Flur, der Fußbodenbelag verschwimmt, schimmert wie neu - ein Trugschluß, ich bin lange nicht hier gewesen. Im Internet bestelle ich mir einen Nieren- als Couchtisch. Die Tapeten müssen sicher auch noch dran glauben. Ich betreibe Nestbau. Jemand hält mich.

Ich tränke diese Zeit in Unvergänglichkeit.
Adolar - Raketen