nulleins

moleskine.

notiertes, geschriebene worte, die drängten herausgelassen zu werden; meist unterwegs, meist schöngeistig, meist gekliert. in lesbarer form hier nieder geschrieben.

fallstudie

wir sind nur taschenspieler und im zuge der zeit zeitgleich zeitlos. die kleine not bleibt stehn.

i’m /not/ prepared. setz mich nieder, wo ich grad bin. wieso nicht besser werden mit dem verdammten scheiß, den ich mein eigen nenne? jemand nimmt mich zur hand, lehrt mich lektionen, lektüre, zu schreiben wie dieser jenes land aus glas. bitte! erster leseversuch, keine 30 seiten gelesen und schon mehrfach den bleistift gezückt um stellen zu markieren, hervorzuheben, was nicht hervorzuheben ist, weil es besticht, durch seine schönheit.

tigers

miteinander sein, darauf konnten wir uns einigen. das gefiel uns.

das ehrlichste gefühl des abtauchens das musik vermitteln kann: gefühlt auf dem wasser liegen, die ohren unter wasser, augen wie von wohltat automatisch geschlossen.

reichlich reiche ich dir denn? eins sein mit dem augenblick.

fragmente nur, entschuldigt.

ooo

down the rabbit hole

elefantenohren, die der mickey mouse, darin einwickeln, geschlossene gesellschaft. gänsehaut. jungejunge, morgen musst du mich mögen. abgeschottet. kriegsbemalung. beruhigt. einfangen. mitnehmen. traum fortsetzend tänzeln, nicht der leichte schritt, der glückliche. behutsam, wissen, man müsse, weiß man nicht mehr. licht. gescheitert, die nacht. nicht böse drum, eher so.

ooo

down with underpants

reichlich outstanding bis dato. unabkömmlich die willkür, mit der du dein leben führen lässt. die starke hand die du hast, ist nicht die die dich füttert. anders am roten faden hängen als gedacht: behütet.

ooo

wie ein fisch werden.

man merkt nicht, dass man den tag im rücken hat. zeit, sowas fühlt sich nicht an. nicht warm, weich, tropfen perlend die stirn hinab. von der einstiegsdroge dusche steigt man um auf die tieferen gefilde der wanne, verschließt die außenwelt hinter getupfte dachfenster, entlässt ein wenig atem aus geöffneten lippen und licht/wärme aus jener kleinen welt ins wolkenmeer. verschenken, die latschenkieferfarbene grüne see, ein weiterer blick auf die uhr wert? ja. man könnte doch noch anrufen, störe ich? nein, du auch nicht. dinge, sind was sie vorzugeben gedenken und reichlich. du kennst das ja sicherlich nicht anders.

im dann doch dampfenden bette liegen. licht aus monden gewinnen wollen, reflektiert am schiffsbug deckenverstrebungen mittels überall verteilter wasserschüsseln.

//seebär | fisch? gern.

ooo

pattern

befremdlich eigen. so sind die ungewohnten, die unbequemsten bewegungen. dabei, soviel ist sicher sicher: angestammt erprobtes terrain mag nicht mehr mit jedem schritt an den fußsohlen kleben, doch mal ehrlich, dass ist es was entwicklung ausmacht: widerstände. verlassen wir also das entwurfsmuster, was wir uns ausgedacht hatten, um wohl wärmend stillstand zu legitimieren und bleiben mensch, nicht monster.

ooo

[the trees told me she is spring.]

wir legen uns vor fototapeten, ziehen wärmend licht auf, kerzengerade stehen wir, streben gen glück. vom laub zu fall gebrachte äste heben wir liebend auf, halten sie am ausgestreckten arm, stecken sie blendend ruhig an, über handflächenwärme. die haben wir zur genüge. wut auch, spring!° herbstlaubberge. die herbstlaubberge stahlen uns die laubbläser. in der stadt gehen die küsse unter, nur nachts mag man ihnen noch trauen. küsst ich bäume, umarmst du sie, sprichst durch sie durch mit mir. ‘wir streben schon’ sagst du für sie. ich glaube dir.

ooo

rage: man

mitleid stinkt [obendrein ist es hässlich gefärbt], ich tröste nur noch. nehme mir bebend brust zur hand, schluchzend tränenfalluntergrund, der ich scheine, sehe menschen in abgründen stehen, die sie so womöglich noch nicht mal mehr selbst zu verantworten haben, halte. feste. kann mich nicht mehr reinfühlen. sie sehen mich so an, trost. trister trost trotzt aus mir, tropft bodenständig auf verständig wort, hallt in mir, doch trifft mich nicht. ausgehöhlt die wut. nur die stimmen holen mich die nacht noch ein, die ohnmächtigkeit, das weinen, der unverstand, das wieso.

wer hätte so unmenschlich sein können? muss die wut stärken im lieben. die nacht, mein verbündeter, die geliebte, gute, die musik stählt. ich habe angst. der riesen krieger, wund geschlagen, geprüft und für gut befunden, nicht allein, aber zu dienen, zu schönen, entgegen zu halten: » halt, es gibt dort+hier und ohnehin hinter jeder ecke schönes, fein gewunden steingut, treibend holz, feuerwassersand. siehst du nicht? sieh hin! « kann ich das nicht? sind das nicht meine waffen?

abgestanden, überbeansprucht, über anspruch ließe sich nicht, wenn überhaupt nur im ansatz, streitbar: ich, suche ich lächeln in stimmen, vertrautes in braunen augen finden. die genossIn, derer viele da draussen. ich kann und will nicht glauben machen, wir wären allein, diese oberflächlichkeit, diese lüge, das schmücken mit geldern in jedweder form ist ekel erregend, rechtlich kaum vertretbar, wenn jene nicht auch solche wären. sicherlich. arroganz gegenüber gefallenen, das eigen, das beste, das einzig gedankengut: ego. kein gefühl, kein vertrauen, das große, dem ihr dient, es existiert nicht. ihr seid lächerlich, peinlich, erbarmen nicht wert. los, verschwindet. bitte: seid. [das bitte, was mir noch über die lippen rutscht] rage: man.

//fragmente nur, entschuldigt

dieser platz ist gefängnis, diese leute deine freunde.

ooo

noah, das walpaar+der platz unterm spiegel

direkt hinterm wolkenmeer, wenn es umgedreht – besser man selbst – auf dem boden liegt, im regen, fängt der das wasser teilenden bug so manchen unfug. dort, wo die geschlagenen kerle wohnen.

er sah das meer an wie etwas auf das er ein anrecht hatte, etwas verdientermaßen ihm gehörendes, etwas von opfern, schmerz+mut und vielleicht auch dem glück abgerungenes, mit seiner großen hand hielt er es fest, wog es im ansehen, vermaß wellental und spritzend gischt, zählte aug um auge auf, all sein gut, die städte an den stränden mit ihren lichtern und frauen, bojen, wellenbrecher, an den freudlosen warten und eigenem einbringen maß er sie, verteilte nicht stempel, keine formulare, prüfte sie allein durch erfahren, und sich offenbaren, das taten sie gern. unterm spiegel, der vorbehaltlos jedem vorgehalten wird, kleinkind, altersschwachem manne, wie auch fidel tanzenden frauenzimmern, leichtfuß in den bars der städte, tanten, onkeln, rechteinhabern und inspektoren, fisch, pflanzen, im gestrüpp aufgewachsen | stolz und leichten herzens auf haltlosen felsen. er prüfte sie, unterm spiegel. sie waren weiteres wert, und jetzt erst sah noah sie richtig. ein lächeln unterm bart.

»wenn ihr wüsstet…«, überlief noahs lippen das glück über die ankunft und ein gruß, der freunde herzte. damit war für ihn fast schon genug gesagt. »ihr könnt mir einen ausgeben!«

françois wuchs als drittes von fünf kindern eines stationsvorstehers, späteren munitionsfabrikbesitzers und an den wochenenden liebevollen vaters auf, seine mutter kannte er nur von einer fotographie, die er einem fotographen aus dem schaufenster in einer nebeligen nacht in brest gestohlen hatte. so wie sie aussah, könnte sie tatsächlich seine mutter sein und er schämte sich gelegentlich für diese schwäche, auch wenn der spiegel sie nur im hintergrund gezeigt hatte. auf schier endlosen reisen endete seine kindheit abrupt unsanft auf schienen, bahnhöfen und schließlich häfen. hosenboden hatte françois, er war der rauen see ausgesetzt, schliff menschen zu seetauglichen, unnachgiebigen, in den wind rotzenden ungeheuern und er liebte sie dafür, auch wenn er es nicht zeigen durfte.

ooo

hurra hurra, so nicht.

dass wochenenden erholen ist ein allgemeinplatz+gültig erlahmen lauter möglichkeiten ihn, aufgerieben fühlt er sich mehr+mehr in seiner schon in kindheit aufgebauten höhle, aus schweren decken, mit klammern zusammen gehalten, das licht der taschenlampe spendet mut. liest er geschichten, mit ihm die menschen, die auch ruhelosen, das auch fragmentierte gedankengut, der sehnsuchtsvoll schönes findende blick, mit ihm, hier unter der schutze der decken.

//laufend lachen.

unter nachthemden, die nackte haut sucht die deine. weiche wärme wiegt schweren schlaf gern auf. was bist du nur so müde möchte ich deine schlafenden ohren fragen, schlafe über der lautbildung mit ein.

die 70tage des sommers, die mir leid antaten weil der regenduft fehlte.

ooo

physics

wenn stolz gegangen ist, versuche ich es mit schlaf. gelingen muss es nicht, der versuch allein, die augen geschlossen, unter den lidern lieder rezitieren, gegenstände, die fallsüchtigen, abtasten, gedanklich, nach und vor, wenden in allen sinnen. gejagt, das grün absichtlicher begegnungen, wie gut steingut auch in den händen liegen mag, rein zufällig möchtest du zerschmettern. fetzen, fechten, finten, aus fluchtgedanken heraus ausflüchte finden, abwehrhaltung nicht einsehen. in dich möchte ich mich hineinversetzen und setzen, setz dich doch, wir müssen reden klingt so hart, stimmt nicht, wir möchten reden, verpflichten uns gleichermaßen zur leichten unterhaltung, wohlfein benötigter pflege und dem leben anderer, weniger wichtigerer. aus diesem standpunkt heraus. all i ever wanted, zeit mit dir verschwenden, dochdochdoch nicht so, sage ich dir, dann. bestimmt.

offensichtlich

ich bin ein baum, fang füchse redlich, enttarne ihre spitzfindigkeiten durch detailverliebtes hinsehen, bin eigentlich sie, so sehr wie ich mich in sie hineinversetzen kann, könnte ich doch, wüsste ich es, den unterschied merken. wer bin ich nicht. so, ach.

in die sonne gesetzt, weil es doch so dunkel ist, kann es sein, dass ich dich verstehen muss? rundeherum fragend zeichen, das vielversprechend fühlen gegenwärtiger gegenden, deine nackte haut geht auf, blitzt licht, hinfort mit dir, unscheinbares sonnengestirn, dein haar fingern, erzählt nicht minutengenau, lass es stunden sein. lass es bitte stunden sein. schminktest du dich auch betongrau, ich tät dich erkennend kosen, rosarot die wangen.

oder ist es das romeo+rosalinde-motiv? sag! ist es das, so erde mich.

/was weiß ich, wo ich doch bin.

ooo
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