Achtgeben,
das neue Highfiven.
Ein Freund1

1 — to:nulleins

KALTER HUND.

Blickdicht, Strumpfhosen, überall Menschen. Öl auf Holz, nasse Pendler atmen in oder aus ihre(n) Anzeigegeräte(n).

Ein Bett aus Tannenzweigen: Zwei etwa unterarmdicke, knapp mannshohe Äste suchen, ebenso wie etwa 8 bis 10 etwas dünnere, schulterbreite. Zwischen zwei Bäumen, es sollte Platz genug für ein Bett zwischen ihnen sein, die Äste als Leiter auf den Boden liegend aufbauen. Die Längeren bilden die unterste Schicht. Obenauf drei bis vier dichte benadelte Zweige einer jungen Tanne. Ein Tuch auf dieses Bett aus weichen Nadeln und eines als spitzes Zeltdach auf einer Leine, die zwischen den beiden Bäumen gespannt ist. Abspannen, falls es nach Regen aussieht.

Es ist ein Kleidungstück wie jedes andere auch, so ein Stadtteil, Farbe und Fäden, Putz und Straßen. Ich schiebe Hände durch die Ärmel. Flammende Handinnenflächen. Mein Mittelfinger ist lang, er und seine Nebenbuhler, die flache Hand ansetzen. Ihr Schoß, ihre Augen, ihr Atem, sprüht Leben, sind geschlossen zittrige Wimpern, geht tief und fest und stolz. Meine Finger kleben Zucker, dein Mösensaft, verschmiert für dich und mich.

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Bus fahren. Nasse Fassaden wie verheultes Make-Up. Sitzen, stehen, die Augen offen, fokusierend einen Fixstern suchen, seltsam sein, im Wald laufen, gehen in einer Geschwindigkeit, man könnte meinen, ich fürchte mich, ich rausche. Oh, nasse Waldböden, qutscht — sich legen lassen liegt nage, die Hände reiben, hineinatmen, den Kopf heben, in den Nacken legen, fürchterliche Falten bilden, vom Förster gefunden werden, das Bett Federwolken im Orangerot des Sonnenaufgangs gemacht.

Kein Taxifahrer nimmt die Tour an. Ich solle stornieren. Bitte nachschieben. Die Bürgersteige unterm Fuße, schwer kopfnickenden Hip-Hop auf den Ohren, kein Mensch auf den Straßen, nicht mal mehr ein einsamer Hundeführer, die S-Bahn, die mit roten Lichtern am Ende, verpassen, beschließen über die Felder zu gehen. Schon der erste Schritt aus dem Schutz der Straßenlaternen hinaus ist eine Befreiung, eine die zunächst einmal Angst ist, eine Angst, die die Kopfhörer abzieht, weil man alles genau hören will, vorbereitet sein möchte, was irrational ist, zum Gegenangriff. Es ist stockdunkel, kahl, unklar und erstaunlich warm für November, wenn man einmal läuft. Das Rauschen der nahen Autobahn schwillt an und ab wie das der Wellen am Meer. Der Lichtschmutz der Großstadt, dieser Kegel überm Dunkel zeigt mir den Weg den meine Füße nicht erkennen. Es könnte Stolpern sein, doch der viel geübte Schritt hält, vorbei an den eingezäunten Apfelbäumen, den einsam einzeln liegenden Datschen, die zu keiner Kleingartenkolonie gehören wollen, den Pflaumenbäumen, den quergestreiften Felderm die einst im Frühjahr Raps trugen. Vorbei an der Kastanienallee, die zurückgeschnitten gehört, so aber viel trotziger aussieht und wunderschön den klitzekleinen Friedhof im Sommer in ihren Schatten stellte. Vorbei an allerlei Müll, die Augen haben sich mittlerweile ans Dunkel gewöhnt, orientiere ich mich immer wieder am Lichtschmutz der Stadt. Zurück nach Hause, dabei bin ich es doch hier.

Es müsste mal frieren, kalter Hund.

. Kategorie Wald. Tag -----.

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