Achtgeben,
das neue Highfiven.
Ein Freund1

1 — to:nulleins

Sag' mal, spiegelst du?

Sehe ich mich an, sehe ich keineswegs den Mann mit den Vertrauen erweckend großen Händen als der ich mein zukünftiges Ich gern gesehen habe, wenn ich meinen Vater ansah oder seinen Vater, meinen Großvater. Ich habe keine großen Hände. Ich sehe die durchdringend stechenden, doch warmen, ernsten Augen meines Vaters, alles analysierend, in Frage stellend, nichts hinnehmend. Die Augenbrauen wie Katzenschwänze, immer in Bewegung. Die Augen braun, grün und freundlich. Die Lachfalten im Augenwinkel sind von beiden, meiner Mutter und mir. Mein Vater lacht eher in die Wangen hinein. Dort finde ich ihn und seine Grübchen.

Ich sehe meine Haare raspelkurz, nicht einen jungen, russischen Matrosen und seine lebensstrotzende Gesinnung gleich — ich sehe einen Mann, der sich den Stolz nahm, den Dickschädel offen trägt. Ich sehe nicht die tiefe Traurigkeit meiner Vatermutter, meines Muttervaters, die den Freitod suchten und auch fanden, nicht, weil ich sie nie kannte und nicht wissen kann wie traurige Augen aussehen, sondern weil ich mir sicher bin, dies ist nicht mein Weg. Ich besiege Traurigkeit, immer wieder wenn es sein muss. Weil: ich sehe Staunen in meinen Blick und stelle fest, ich sehe mich nicht oft so an. Ich bin im Innern geborgen, meine Äußeres bleibt mir verborgen, Äußerlichkeit ist mir nicht wichtig. Und doch bin ich eitel. Ich sehe mich als körperlich und bin es doch kaum. Mein Raum ist hinter der Stirn. Die Augenbrauen zwei geschwungene Hüften. Weiblichkeit, dort verliere ich mich.

Ich sehe mich als augenblicklich gültig — was ich sage gilt. Ich rede nicht viel, dafür bilden meine Lippen keine allzu große Lücke im Ruhezustand. Ich sehe Lippen, die geteilt, offen gestanden atmend, ein Liebhaber sind, einer der hält. Insgesamt die körperliche Reaktion beim Liebesspiel vielleicht verzögert, dafür wahr, weil sie tief gefühlt und fallengelassen erfolgt.

Mein Kehlkopf sieht aus, als summe ich stets und ständig. Der Nacken, eines Redneck würdig.

Sehe ich mich an, sehe ich die mir gegebene Menschenkenntnis versagen. Ich sehe Grundzufriedenheit und in Frage stellen, selbst den Fakt dass die andere Straßenseite immer die schönere ist. Ich zweifele. Ich sehe frisch, über die Jahre hinweg gegerbte Haut. Ich erkenne klares, kaltes Wasser auf ihr und dass es nicht schlimm ist zu bluten und dass ich weiß, wie pumpend Atem jede Zelle voller Tatendrang anfüllt. Es ist mir nicht gleichgültig, wohin ich gehen werde und wie ich werde, wie ich dann aussehen werde, sowieso sein.

Ich habe kein Ziel mehr. Ich weiß, man soll eines haben. Mir scheint nur, der Wandersmann, dessen Weg sich vor ihn legt, der einfach läuft und staunt und nett und höflich ist, sich sicher ist, sich überraschen lässt, der rauscht und annimmt, auch Dreck und Gier, Verrat und all das Schöne, ist der bestberatenste.

. Kategorie Revolte. Tag Scheiß auf Kartenmaterial!.

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