Rückgrat
Weltvagabund Wind, wohin gehörst du?
Pappeln lachen Einsicht. Ich bin ein nicht loslassender Liebhaber - ich liebe fest, ohne Personenbezug, ohne Bettdecke, mit Kissen und sonst nichts, nicht mal Gedanken, bekleidet auf Dachziegeln liegen, ziehen lassen. Selbst das ist festhalten. In Beispielhaft: dieser Sommer. Ich war nicht am Meer, erneuerte jedoch die Liebe in Seen zu baden bis ich bibbernd aufgebe, mich aufheizen muss oder vorm Gewitter fliehen. Ich verlor kaum einen Gedanken an die Berge, die kahle Luft in ihren Höhen, das schmächtig sein und das mächtig kräftige Herzschlagen, Lungenpumpen, wenn ich einen von ihnen besiegt hatte. Dafür sah ich Mähdrescher, endlose Kornfelder, Kiefernwälder, Störche, schmale Bäche, im Schatten gelegen und dazu gelegt. Ich trieb mich in der Stadt rum, nachts, weil Atem holen tags nicht möglich und ich noch nicht war - ich rannte mir die Seele aus dem Leib und lachte und genoß doch kein bitterstsüßen Espresso umsäumt von einst knallbunten, nun von der hitzigen Sonne abgeschabten Häuserfronten. Ich erneuere meine Lieben regelmäßig, ergänze diese durch neues, wahrgenommenes Liedgut, so sehr bin ich verliebt. Doch ich kann nicht überall sein. Ich kann nicht jeden glücklich machen. Ich bin sowieso schon der Zeitdieb Nummer Eins weil sie mit mir verliegt. Mir auch. Das ist Rückgrat. Das ist selbstverständlich und belastbar. Ich gehöre nach Hause, dort bin ich das Behältnis mit Urvertrauen, gern, und meine Flügel verleihe ich jedem der sie braucht.
Letzte Tage
Sagte ich nicht es wird Regen geben?

