[im neuen licht]

der prozess. kein schöner. keiner, der zur schau gestellt, verwendung in klatschblättern finden würde. zu ungemach, so selbstverliebt, schaudernd schön er auch anmuten würde, in zeilen auf eine überschrift, eine erläuternde zeile und tag für tag mehrere blocksätze neue informationen/wendungen gepresst, er tut weh. der ankläger, die unparteiischen, das recht und der verteidiger: man selbst. der tatbestand: altern.

ohne umschweife entdecke ich zweifel am tun, der aktuellen tat, dem werden. wie es gedreht/gewendet schönheit gewinnt, die lust am entdecken unbekannter, unbedachter fragmente eines spitz hell aufleuchtenden gedankenganges. ich gehe nicht mehr so fort, sofort überdenke ich, vergleiche mit erlebten begebenheiten, umschiffe sie gedanklich, reihe schritt an schritt an schritt. eile so voran, im sitzen, im nichtstun. ich bin vorsichtig geworden. ertappe mich häufigst in angst, die – überwunden – unumwunden nichtig wird, selbst wenn unvorhergesehenes auftritt, selbst wenn die reine lehre den weg versperren sollte; ich löse es. der reine weg, meine lehre, ist das schwert den gordischen knoten zu lösen. das musste ich lernen. das tat weh.

aufgerieben, wie ein stück guter käse geschmack aus vergrößerung der oberfläche gewinnt, entdecke ich kleinste wunder. neuerdings. sie reißen mich nieder, bauen mich auf, können gut sein oder vernichtung, denn ich sehe auch verlust. ich träume davon. nacht für nacht, zu kurzen nickerchen getürmt ist verantwortung vielmehr glück als sorge, dass weiß ich jetzt und es erfüllt mich mit stolz und zielen und wohlig, nebligen vertrauen. das zahnpastalächeln des wider besseren wissens: hoffnung. besser als angst, die flüsternde.

ich stehe im besseren licht, es neut sich. aufgerissenen augenpaares fängt sich leben an mit sternenstaub zu füllen, hier werden welten geboren, wo vormals nur dreck und matsch und verstand regententum bilden. kinderwelten sind so einfach, mit teppich überzogen, zum hinfallen gemacht, das blut von geschrammten knien lecken und die nächste straßenecke wartet mit entdecken auf. ich kann sie wieder sehen, diese welt; ich kann jetzt astrid lindgren verstehen.

[im neuen licht]

0 Wald
1 Betragen
2 Wandel
3 Revolte
4 Über See
5 Vertrauen
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