in einem anderen licht.
sag: spiegelst du?
dass felder von dir sprechen habe ich so noch nie gehört, dass faßbrause nach dir schmeckt stimmt, bier auch. mitropaaschenbecherbrillengläser, der gepflegt wilde lockenkopf, dein federbett undurchdringlich beschützend dickicht. ich sah die lichter an, paarweise, durchs nachtfenster konnten sie noch dringen. auf ein drängen hin schlief ich aus. silvester, waldmensch, und du redest kaum in den nächsten tag hinein. deinen teil erbgut schütze ich, in mir. denk ich an dich, bist du meist tot, seltsam eingekehrt und die waschküche, in der ich nie spielen durfte, aber es tat, weil die frische bettwäsche schon damals aphrodisiakum und anregend war, musstest du mir verbieten. einigetage – darauf bild ich mir kein urteil – meines lebens warst du stumm, jetzt erkenne ich dich in mir – darauf schon. ich weiß was ein löwe ist, du bist keiner gewesen. damals. aber nah dran, und hast über meinen vater, dies mir geschenkt.
ich habe meinen vater kennengelernt – nach 32jahren, 3monaten und 17tagen – und geweint deswegen. vom selben schlag ein stück. mensch, einfache ausfertigung.
du bist,
er ist,
ich bin.
mehr gibt es über uns nicht zu sagen.
in einem anderen licht.
jupiter und du und attraktion.
jupiter und du und attraktion.
Es ist eine gefährliche Sache den Stift auf Papier zu setzen und zu denken. Mit Bleistift in der Hand bist du bewaffnet. Der Gegner: die Umstände, keine halben Sachen machen.
1. Winternächte in Göteborg sind doppelt belichtet.
«Schön, bald wird es hell.» Winterlichter in Göteborg, und sie spricht von Morgen. Windlichter, korrigiere ich mich gedanklich. Schwere Jacken liegen uns zu Füßen, nackt lehren sie jene wie diese zu agieren. Keine gelehrigen Schüler sind sie, viel leichter ist das von hinten Umarmen am Fenster, das offen sein müsste. So sehr glitzert die Stadt, so verzweifelt leuchten pochend die Nachtschiffe, hoffen ihre Ladung zu löschen, zurück zu kommen, zurück zur See, ihrer Geliebten. Auf den Hauptstraßen Rundumlichter, die Sirenen reflektieren im kühlenden Glas, beruhigend gestillte Farben. Die meisten schlafen, strahlend. Warme Nacht innen. Meine Haut, ihr Kleid mit Schutzcharakter spiegelt sich im Fenster, wie das unstete Kerzenlicht, das sie zur allgemeinen Beruhigung überall im sonst spärlich eingerichteten Raum aufgestellt hat. Ich kann sie sehen, ich kann mich sehen. In Teilen teilen wir das Schicksal der Menschen da draussen. So wird das Fenster zur seidenweichen Membran, zum offen gesenkten Schutzschild zwischen Innen und Außen. «Fester noch!» verlangt sie, fast stimmlos. Still steht ruhelos das Herzliche im Raum. Als ihr Hintern verrutscht, mir anrüchig entgegen streckt, was sehnsüchtig Trauer stillen sein sollte, was festhaltend Umarmen sein sollte, was klärend Gespräch sein sollte, stattdessen tief in ihr steckt, weine ich längst. Die letzte Ehre. Feine Anzugshosen liegen säuberlich gebügelt über der Stuhllehne als ich in ihr aufgebe.
Kalt, und Geschlossen! verkündet ein Schild. Fremdsprachige Städte kühlen nicht ausschließlich Fremde aus. Die Trauerfeierlichkeiten liegen nicht so nah wie ihre Gänsehaut vermuten lässt. Härte simuliert sie nur, ich weiß das. Fast boshaft möchte ich zum Hafen statt zum Frühstück, dessen Versprechen auf wohlige Wärme eine Lüge ist. Das hätte Dir gefallen, vom Kutter aus bei Matrosen gegen Schnaps Backfisch erstanden. Von wegen, weder Gedichte, noch Rechnungen schreibt man in Göteborg. Ich bin mir noch nicht mal sicher, ob dieser Mann schreiben kann, aber saufen, das kann er mit Sicherheit. Die Dunkelheit, dessen junger Tag mich anbricht, spült nicht nur Plastikmüll in Schaumwellen an. «Wie kann ich Vergessen machen?» regt sie sich, laut gegen den Wind und den flauen Tag meiner Gedanken, und vor Dir hätte mir dieser Satz, diese Frage imponiert. Du hast die Wogen glätten können, wie Du Sturm buchstabiertest, Letter für Letter, desto ausgesetzter waren wir, in immer kleineren Nußschälchen. Sie ist zur falschen Zeit am falschen Ort, mit mir. Mehr nicht. Mit «Kannst Du nicht.» bin ich wenigstens ehrlich verletzend. «Ich kann Zeit mit Dir verbringen. Du mit mir. Wir können Tag und Nacht zum Hafen gehen, oder in die Oper. Wir können essen und Wohltat tun, lächeln und schweigen. Wir können denken, wir vergessen, aber tief in Dir drin weißt Du: Vergessen? Nein, das gehört sich nicht.»
…
0:38
Schutzdunkel. Flimmernd liegt Schlaf in allen Ecken der Wohnung, jedes Geräusch schmerzt. Geriebener Stoff, grau graue Turnschuhsohlen, ein Atemzug rast vorbei. «Muss Zeit einholen.» Sauber ausgesucht im Supermarkt, sauber bezahlt, sauber verpackt, sauber nach Hause gebracht. Zeit schlägt ihr Herz. Lass Dir Zeit, tief und stumm beruhigt sein Atem ihren. Er schläft noch. Wahrscheinlich hat er sich umgedreht, bestimmt sogar. Seine schmale Hüfte wird aus dem Laken blinzeln, verschlafen zu ihren, zwischen ihre Beine drängen wollen, die Scham verlangen. «Er dreht die Hüfte so fein, wenn er eindringt.» Der Schlüssel steckt noch als sich die Sonne dreht. Verlassen zur Wintersonnenwende.
forget these songs.
forget these songs.
silbengetreu stummtauen. die nacht wehrt mit kirrklar knackend schneebeton. eisern verletzbar, tief tauchen in kleines zwinkern, kann auch augenwischend tränenflüssigkeit sein. er springt aus dem zug, aufgenommen von kurzreisenden, blinzellichter, lau, müde, unangefacht. der lange atem trägt turnschlittschuh, die anmut balett tänzelnder mädchen dicht verpackt in winterjacken, unrasiert mit mütze gegen den wind. ohne dutt, unbemerkt grinst er. traumtänzer. tanzen träume unentwegt. rauben der nacht das stück licht, durch offen augen blickend, sammelnd, staunend -rauben wir, und strahlen. ja? er, und die straßenbahnschienen, fortführend streifenlicht, nicht ihres, wegweisend sind die ausgetretenen wege anderer nicht. anhaltspunkt. er, und die fast funktionstüchtigen laternen, die masten halb iverwühlt in harschem schnee. er, und das ur, so tief und traut, bedürftige licht, es leuchtet nicht allein, es glimmt nicht für ihn, er weiß das.
The science of your days
Is laid bare
Boiling In the Sun
For all the World to see
The birds remind me of what we made
The birds remind me of what remains
Telefon Tel Aviv
einestundelaufen
einestundelaufen.
Eine Stunde laufen und du empfängst mich empfangsbereit, du nimmst mich auf so wie ich bin, nimmst gar nicht wahr in deiner bejahenden Geschäftigkeit. Hier ist Leben. Laute Stille, lauter, denke ich, dich anzusprechen, die Melodie, die tragende, das Brummen der Machinerie – Kampf um Licht, um Wassertrunk, um Verderben – wage ich nicht mit Waffengewalt, Fußtritten zu stören.
Eine Stunde laufen und ich setze Moos an. Bartwuchs. Zentimeter weise. Ich bin mir nicht zu schade, das Atemlos mit meinem Handrücken abzuwischen, mit Staunen verwechseln: das Rauschen. Du machst mich zum Filou, der ich bin, gefangen verzückt in deinen Tiefen.
Eine Stunde laufen und ich bin nicht mehr, mehr als das vergnügt, fast nackt so rein. Schattenwurf als Lichtspiel. Glockenhell lachst du, rennst weg, bist da, fühlst die wache Erde, außer Atem, zum Himmel blickend: mich.
Eine Stunde laufen und ich kann mich fassen, du lässt mich, ich kann mich anfassen, du bei mir, auf mir, jetzt neu, dann gierig.
moaning golden morning.
moaning golden morning.
hilflos ausgesetzt dem sein ist man nicht. das was quält ist der aufstand – das raus reißen; nichts was flüstern, zärtelnd lippen, warm bis heißer atem, haut+haar in kombination im allgemeinen und besonders besonderen [jedes mal] nicht wett machen könnten. wenn nicht die träume wären und schindluder trieben mit den noch jungen resten des sich aufbauenden verstandes zur frühen tageszeit.
der wald als ocean, grün gescheit. rundumblick trotz liegend gefesselt sein. ein leichter niesel erreicht mich nicht. alte blätter, alte zeit, reibt sich an mir vorbei, möchte der blau blüte dort hinter meinen hinterkopf erzählen. sie haben sich zum kaffee, zum plausch verabredet. ich lieg im weg. pilze schießen an mir vorbei, hoch, himmelwärts. das zarte grüne fuchtelt, ficht mich an und ich lieg dort. die see rauscht. ich kann die möwen hören, hier specht, drossel, fink flink, flugs weiter: nicht mit gegebenheiten aufhalten. rein ins getümmel, getuschel, zwitschern. tirilieren. feucht, die luft, atemlos ich. so hab ich nie gesehen, denken meine müden augen. satt bin ich noch nicht. so schlaf ich ein und wach auf.
wald
Wald, eine Vielzahl ruhig stehender Mannigfaltigkeit. So intensiv Zuhaus wie wir in Ihr sein können, so oft begegnet sie uns. Auf einem Balkon, einer Straße, im Laufen; wir Stadtmenschen sind nicht wählerisch wenn es ums Glück geht. Können wir gar nicht. Treffen wir einen Wald – echt oder erdacht, wie es uns dann geht, was uns ausmacht, soll hier im Ansatz dokumentiert sein.
oh.
meierrr•sophiamandelbaum•herzscheiße•nachtwerfen•ruhepuls•
anmutunddemut•delphinehauen•oh, orinoco•annachillmaey•
someone.•milchkleid•lenecorso•dethjunkie•bisaz•dragstripgirl•wolke
steinbart•argh!•
(ich kenn einige von euch nicht mal beim namen.)



