Achtgeben,
das neue Highfiven.
Ein Freund1

1 — to:nulleins

Amore.

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

[001Sur nous les étincelles du soleil 002Verlass die Stadt 003Youth 004Scum, Rise! 005Exit only 006Slow down 007Void 008If only two 009Poupée de cire 010City on the Hill 011Morgen breche ich aus 012On the Motorway 013Predator 014Runway J 015Rebelier 016Strange Dreams 017RFLX 018No Future 019Passing Strangers feat. Countess M. 020It's not over 021Ich öffne mich 022This Dark Desire 023Stehengelassene Weinflaschen 024Here I belong 025Every single Night 026Summer of Love 027A Sweet Summer's Night on Hammer Hill 028If I... 029Forgive and Forget 030Te Amo Camila Vallejo 031Haven't Been to the Ocean Sense 032Women driving, Man sleeping 033Weißer Rauch]

→Nimm' ein Mixtape, Baby!←

ff.

So flirrend heiß, wir liegen nur mit Badesachen bekleidet in einer vom Gewitter hinterlassenen Pfütze, die Arme unterm Kopf gelegt, die Beine angewinkelt, warten aufs nächste und reden — reden miteinander.

Binnenschifffahrt im Raum.

Die Lippen blau vom mit offenen Fenstern Autofahren stand ich da, am Fluß. Einmal am Ufer, mehrfach in den Weinbergen oder auf der Burg, mein Blick suchte und fand das Nass. Biegungen machte das beruhigend konstant dahin fließende Wasser in die Landschaft, schob. Manchmal war es grün oder braun. Schiffe unterwegs mit einer an Gleichgültigkeit grenzenden Geschwindigkeit — sprach da Neid oder romantische Sehnsucht? Ich sagte: »Binnenschiffer winken zurück, wenn man sie grüßt.« und niemand der umstehenden Anwesenden reagierte darauf. Wahrscheinlich flüsterte ich zu leise.

Vogel Storch, das ist mein Name.

An einem heißen Nachmittag. Weltentwürfe. Mauersegler leben oft monatelang in der Luft. Statt Anker deren Silhouetten auf'm Oberarm tätowieren lassen, wäre wenigstens ehrlich gelogen: Fixpunkt, wir sind flüchtig! Ich mach' die Augen zu und wünsch' mich ins Zentrum der Leidenschaft zurück. Eingecremt von Kopf bis Fuß. Wie die Haut so müssen die Wälder brennen. Jede einzelne Nacht. Mohnblumen und Korn. Die Stelle zwischen den eigenen Schulterblättern die man gerade noch mit den Fingerspitzen erreicht ist feucht und warm von der Nacht. Im Schlaf in Schultern blättern wie Wellen rollen. Tropfen bilden, die, honigsüß und klar, Regentrude lecken. Umfließen lassen, den ganzen Mund voll.

Wir werden lethargisch sein.

Porträtiere meine Prinzen.

Zukunft trunken durch die Städte ziehen sehen, Vergangenheit ist niemand. Meine liegt im flachen Wasser des Stadtflusses. Ich kenne ihre Namen nicht, ich nenne sie Flußgras. Es winkt. Ich winke zurück, mit Lachfältchen. Enge, gewundene, alte Gassen, junge Schwalben pfeffern da durch. Gehören ihnen. Es flirrt. Im staubigen Park sitzen sie und trinken und spielen und unterhalten sich. Ich möchte verweilen und weiß doch, ich besitze diese Schuhe die nicht still sitzen können. Königin-Luise-Gymnasium. In der Aula geöffnete Fenster. Weiß die Rahmen. Violinenstriche, kaum eine Melodie und wenn, nur eine kurze. Die begrünte Straßenbahnschiene zwischen meinen Beinen, den Kopf im Nacken, die Handkante am nutzlosen Schild des Caps, salutieren so dass es niemand sieht. Um im Springbrunnen zu baden bleibt keine Zeit, obwohl sogar meine Unterhose ginge. Ich sehe das Blitzen in den Augen der Tochter. Es reizt sie mehr als auch, wie mich. Die größere, raupige Gruppe, deren Teil wir sind, wir würden sie schon wieder finden. Vielleicht auch nicht. Wäre das wichtig? Im fallenden Wasser Tanzen gehen ist es. Blühende Kletterpflanzen aus Strick um all zu gleichgültige Laternen. Essen kümmert kaum. Gespräche, diese elenden Gespräche allenthalben. Keiner spielt jemals Musik um das Gespräch zu ersetzen. Das möchte ich: Dialoge aus Musikstücken. Ich schreibe: Im lautesten Biergarten der Welt Schwalben zusehen.

Je betrunkener, rotgesichtiger der Biergarten wird, desto weniger wird meine Lust mit der volllippigen, aber dezent agierenden Frau hinter mir zu schlafen. Ich ziehe mich zurück auf das Windsonnengemisch [1:25] und benutze meine Hände, um nicht zu zeichnen, bastele ich mit der Tochter Armbänder. Möchte doch nur Auto fahren, mit offenen Fenstern und Musik hören, was gleichzeitig gar nicht geht. So ein Abend war das, barfuß auf Beton, zur Nacht.

neu

(großgeschrieben, unterstrichen und mit Ausrufezeichen versehen)

Stand der Dinge nachtblau, Nachbau. Ein Hinterhof, ein altes Auto, noch lauwarm. Kranichvogel, landest du? Auf der verchromten Stoßstange, zwei aufflatternde Flügelschläge weiter auf den Scheibenwischern stehen bleiben. Kirschen anbieten. Sieh nur, ich habe sie mir rot gewünscht. Es wirkt. Und saftig tropft der Liebe Scham scharmützelnd nieder. Ernst bist du und ich rede Regen.

Aufgewacht gedacht und gelaufen, wie grün alles ist. Wie wir alle Regen brauchen wie Schlaf. Wenn es nur regnete sobald ich die Augen schließe — lange in der Nacht, ein kurzer Gewittermittagsschlaf und zehntausendfach tags beim Zwinkern. Wir könnten alle Sonne sehen, nicht nur die Wolken mit ihren einnehmenden Wesen, wir könnten wachsen, uns vermehren, vergehen, Schatten werfen um die Ecken der Vorstadtstraßen und zerfließen, brennen würden wir. Ehrlich wahr! Wie grün dann alles wäre. Ich kann es förmlich riechen.

Apropos.
Was werden wir, wenn wir mal nicht auf'm Sprung sind?

z.Bsp.:

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?


Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?


Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

 

Tagträumte lila monochrom. Genügend Nuancen um Einzelheiten zu differenzieren. Ein Pferd mit seinen schönen großen Augen sah mich an. Nicht endender rehbrauner Augenblick, ich wusste, es war weiblich. Diese Augen, und der Kopf ward der einer Frau.

alte Stille

Du gibst mir die lippenstiftverschmierte Zigarette zurück. Eben erst nachgezogen, im Rest der lichtverschmutzten Großstadtnacht, nackte Wohnung, vornüber gebeugt, durchgedrückter Rücken, liniert, gehobener Hintern. Küsse platzen wie Einschußlöcher.

Eskapaden, angerissen. Und Flora schwingt ihr neuestes Kleid, tanzt und blitzt und rührt zu farbenfrohen Tränen, wo man nur hinsehen mag, ich mag. Ich liege, laufe, sitze, fühle, singe leise Liebeslieder, wenn endlich alle Schlafen gegangen sind.

Also mal ich mir ein Rechteck an die Wand und öffne diese Tür. Perspektive nicht vergessen, um der Illusion Wirklichkeit vorzugaukeln. Mal eben in der Rahmenhandlung sein. Absolut alles: Tintenblauw, Birkenwälder. Wenn ich Zeit hab', schlaf' ich am Tag. Streifenshirt, verzerrte Gitarren. Dreiundreißigeindrittel Umdrehungen pro Minute, das Hemd vom Tagwerk gezeichnet, Bleistiftfalten, Knöpfe, vier Löcher, Schatten. Schwalben, mehrere. Im Luftzug wohnen. Auf der Autobahn, mit einem Tank voller Hoffnung und einem Kopf voller trunkener Pläne. Die Innenseite der Hände verletzlich rosa, braungegerbtes Äußeres zum Äußersten gespannt. Verzeihung, vierzehn leere Minuten in die Sonne gelegt. Atmeten, Staubpartikel aus Gold. Himmelfahrt der Banker. Weil ich mich nicht auszudrücken vermag, greif ich zur Kamera. Eine Zinnbadewanne beinebaumelnd im Vorstadthinterhof. Lauter Besoffene, als ob das alles nichts wär.