Achtgeben,
das neue Highfiven.
Ein Freund1

1 — to:nulleins

z.Bsp.:

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?


Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?


Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

 

Tagträumte lila monochrom. Genügend Nuancen um Einzelheiten zu differenzieren. Ein Pferd mit seinen schönen großen Augen sah mich an. Nicht endender rehbrauner Augenblick, ich wusste, es war weiblich. Diese Augen, und der Kopf ward der einer Frau.

alte Stille

Du gibst mir die lippenstiftverschmierte Zigarette zurück. Eben erst nachgezogen, im Rest der lichtverschmutzten Großstadtnacht, nackte Wohnung, vornüber gebeugt, durchgedrückter Rücken, liniert, gehobener Hintern. Küsse platzen wie Einschußlöcher.

Eskapaden, angerissen. Und Flora schwingt ihr neuestes Kleid, tanzt und blitzt und rührt zu farbenfrohen Tränen, wo man nur hinsehen mag, ich mag. Ich liege, laufe, sitze, fühle, singe leise Liebeslieder, wenn endlich alle Schlafen gegangen sind.

Also mal ich mir ein Rechteck an die Wand und öffne diese Tür. Perspektive nicht vergessen, um der Illusion Wirklichkeit vorzugaukeln. Mal eben in der Rahmenhandlung sein. Absolut alles: Tintenblauw, Birkenwälder. Wenn ich Zeit hab', schlaf' ich am Tag. Streifenshirt, verzerrte Gitarren. Dreiundreißigeindrittel Umdrehungen pro Minute, das Hemd vom Tagwerk gezeichnet, Bleistiftfalten, Knöpfe, vier Löcher, Schatten. Schwalben, mehrere. Im Luftzug wohnen. Auf der Autobahn, mit einem Tank voller Hoffnung und einem Kopf voller trunkener Pläne. Die Innenseite der Hände verletzlich rosa, braungegerbtes Äußeres zum Äußersten gespannt. Verzeihung, vierzehn leere Minuten in die Sonne gelegt. Atmeten, Staubpartikel aus Gold. Himmelfahrt der Banker. Weil ich mich nicht auszudrücken vermag, greif ich zur Kamera. Eine Zinnbadewanne beinebaumelnd im Vorstadthinterhof. Lauter Besoffene, als ob das alles nichts wär.

Diese Nacht.

Es beginnt mit einem gewöhnlichen Kuss. Dann kommt das gewöhnliche Berühren. Nach einer gewöhnlichen Spanne Zeit die Klamotten entfernt, die Berührungen werden tiefer, die gewöhnlichen Finger zielen auf die gewöhnlichen Ziele. Und, wie gewöhnlich, sie versuchen zu sündigen. Die gewöhnlichen Anweisungen werden gesprochen, die gewöhnlichen Geräusche gemacht, das Weich der Haut, der Vorschlag, die Geschwindigkeit zu erhöhen. Da ist viel von gewöhnlich gesprochen Worten, viel der gewöhnlichen Ablenkung, niemand ist verloren, keineswegs.

Stop!!


[…]


Hast du was gehört?


Das gewöhnliche Küssen geht weiter. Das gewöhnliche Berühren wird wieder aufgenommen. Gewöhnlich meint Wunder — …meint Wunder! Einen Mund voll davon trinken. Ausschweifen.

Genickschuß, mein Kopf ein Kabel. Der Himmel feuert Rot. Die Trommeln schlagen, Pistolen und Jeans. Liebe gegen Tod. Zu Tode geliebt. Tot ist eine Fliege. Dein Atem geht, wie der meine. Das ist Glück!

Lichtschalter.

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

4 24'15

folgendes:
Trabantenstadt. Vorgärten, Löwenzähne, Friedhof, Kastanienblätterschirme, Datschen, staatenbildende Stadtteile. Renn, Luzifer! Kleine Fluchten. Kurzbehost, meine Hände, heiß wie ehedem, ich muss mich festhalten, so schnell geht das Frühjahrskettenkarussell. Die Vertrauen erweckend große Hand des Draußen bietet sich an. Haut spricht. Atem geht ein, aus. Lenden feuern. Jeder hört uns. Niemand spricht. Körper in der Sonne wälzen. In die Arme von Auskosten legen oder einen steifen Stamm im Rücken. Der Sieg schläft unterm Apfelbaum.

Und Knutschen bis wir müde sind.

 

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?


Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

Nachtrag

Alleen, ich möchte sie küssen, alle, laufend oder fahrend.

Der auf dem Seitenstreifen der Landstraße liegende, überfahrene Fuchs hat seinen Kopf auf den Unterarm gelegt und sieht aus, als ob er schliefe.

Vom Heimischwerden.

Frei von Angst.

Du kannst das Moosgrün der kahlen Äste über das Lindgrün der hügeligen Weiden legen und es gibt keine Nuance Unterschied. Die Rotkehlchen ins Abendsonnenlicht schmeißen. Eine Hügelkette, junge Buchen, Fußsohlen geschmettert, vom Federbett liebevoll in den Schlaf erdrückt.

Insekten surren durch das warme Licht. Sie sind das Knistern der Nadel in der Rille auf der Langspielplatte der Sommerlichkeit. Das Lied hat noch nicht einmal angefangen und du fühlst dich wohl, isst ein Eis.

Der reichste Spatz der Welt.

In einer Pfütze liegt eine Unmenge Froschlaich. Mehr ist es nicht, ein Pfütze.

Aufwachen vom Tage in einem Treppenhaus, das bäuerlich anmutet, zugleich gut bürgerlich und weit wie eine Landschaft ist. Breite Stufen, kaum eine knarrt. Ich kann meinen Fuß aufsetzen und berühre weder Kante noch Klippe. Beide Arme ausgestreckt, als Vogel Storch berühre ich keine Wände, kein Geländer. Ich fliege die Treppen hinab und, als ich unten angelange, wieder hinauf. Ich fliege. Großzügig geschnittene Fenster, die Tageslicht hinein fluteten, wenn es tagte, umnachtet. Sternenlicht zersticht mich und zieht sich zurück. Ich verblute auf der schönsten Treppe der Welt. Ein aus Holz geschnitzter Hirsch blickt mich kapital an.

Atem einholen, ernst und offen, Höhenmeter mit Aussichten ausgleichen, dennoch, als das Waldbad im Tal durch die noch kahlen Laubbäume blitzt, das Wasser darin grün und eiskalt lockt, zum über den Zaun klettern, zur Arschbombe einlädt, erkennt mich der Bademeister im Blaumann. Er lacht. «Lass es!», sagt er. «Es ist wirklich nur so kalt.» Er hält Zeigefinger und Daumen hoch, umrahmt drei Zentimeter Nachmittagsluft. «Das riskier ich auf'm Rückweg!», höre ich mich sagen. Er prostet mir mit seiner Bierflasche zu.

Die Gaube im Dach, unterm Federbett ich, ist der Astronautenhelm. Streckte ich den Arm, berührte ich die Fensterscheibe. Atemzüge bilden sich auf ihr ab sobald ich aufgeregter atme. Die sternklare Nacht durchs Glas. Sich beruhigend berühren, regen.