goab //die wüste der farben
die lange nacht, dein kleid, wird kürzer. das fremdschöne der fernen laternen, das fahle, fehlfarbige ergibt sich nicht so leicht, das wissen wir. kaum 20 zentimeter sonnenlicht und das gemüt, das stillgelegte herz, rast. wissen wir. die blumen/gemüse-samen ausgelegt in torf. in die sichere obhut von fensterbänken gegeben, zinsen in form von lind erwartend. wissen. die socken lassen wir hochgekrempelt, die kapuze tief im gesicht. wir sind nicht gut im warten, aber ergeben.
to01 in das werkzeug und die allee um 08:29 uhr. 0°celsius t
days downhill
//den tag zugezogen.
und der vorhang ist immer ein ganzes leben. es erzählt, erzählt, zählt, kotzt mich an. ob ich zu weit war.
es war dieses | letztes jahr, der 27. januar, der so eisig war. die hände taten was sie am besten konnten: weh. über gegenstände, zu erledigendes gelegt, einschlafen gemacht, zärtelnd papier mit bleistiftspitzen gestreichelt, ausradiert, angebracht, gepflegt, gehalten, getröstet, gepfiffen, den kopf in die sonne gehalten. eine passage hätten sie lösen sollen, beim einsteigen festhalten, fenster streicheln, das wertlos gut, was land schafft, zwischen einen, und vergessen mitnimmt und zurück lässt, hier, wie dort, das was beruhigt: landschaft.
simuliere reise mit geschwindigkeit. rase rasen hinab, von schnee noch versteckt gehalten, guckguck rufen traut er ihr nicht zu. unverstand, gelogenes verständnis, verwirrung erhalten, das schloss gestürmt, eisblumen angeglotzt, missmutig, nicht liebend. früher, ja frühjahr malten wir grün, nicht bunt, aber ausgiebigst phantasierend.
tage downhill. hab meine schutzkleidung vergessen. //am besten man schützt sich vor erlebnissen.
to01 in am fenster um 21:16 uhr. 0°celsius t
nachts
von wegen schwarz lässt sich nicht ausmalen.
to01 in am fenster um 01:12 uhr. 0°celsius t
proper ties
verachtung für menschen, die auf wohlfeine kleidung achten! gleichzeitig kaufe ich mir anziehsachen für hunderte deutschmark, das sind mehrere hunderte mark, in euro klingt das so lächerlich wenig. eine erinnerung: als kind fand ich einen 10mark schein. ich rechnete mir nicht aus, was ich dafür hätte kaufen können, wieviel süßigkeiten oder pelzabfallteile, die ich – zu meiner heutigen schande – damals liebte, mir dafür hätte leisten können, ich rechnete auch nicht in legosteinchen oder panini-sammelaufkleber, die sehr gut unter der hand, sprich der schulbank, gingen, nein: ich suchte fieberartig denjenigen, der diesen schein verloren haben könnte. wer menschen kennt, weiß, wie schwierig sich sowas darstellt: « entschuldigen sie, haben sie diesen schein verloren? natürlich! gib her, junge. » mein kleidungsdilemma ist schwerwiegend geprägt von andersens ‘des kaisers neue kleider’ kombiniert mit der fast unheimlichen angst nicht auffallen zu wollen, was zugegeben ein sehr schweres unterfangen sein kann. understatement, unnahbarkeit, ernst, unvernunft, uncool cool, um nur einige attribute zu nennen; wie wir eben alle uns unseren jeweiligen umgebungen anpassen. normalität par excellence, so gesehen.
wie kleidet ich mich also in der firma, wo berufsanfänger, frisch von der universität, quer denkend, mit esprit, vielleicht mit ideen zwangsweise auf mich stoßen, denjenigen, der schon einiges erreicht hat, einen namen hat, objektiv und sachlich korrekt sachverhalte klärt, aufdeckt und immer einen spruch auf den lippen hat, trotzdem immer feminin und gut für sie ist? handel ich wie der kaiser, auftragend, aufstoßend provozierend | halte ich mich vornehm zurück, in vielleicht verrückten jeans, hemd, einen pullunder, mache den indie, so wie sie auf den konzerten immer vorzugeben zu sein, nur in echt. ein mann, der immer ein ass im ärmel hat? wie siege ich? ist das wichtig? ich bin noch nicht alt genug für krawatten. ich habe nicht den stil dafür; ich bin besser. glaub ich | doch das kind, das als erstes lacht?
//ach. wo sind die siebziger, wenn man sie mal braucht.
to01 in klamottenede um 22:03 uhr. 4°celsius t
wie es sich anfühlen kann.
ausgewaschen. abgetragen.
to01 in this is not a photoblog um 14:12 uhr. 0°celsius t
1.
kirre! klirr klar: von ihm eigenen eigenheiten eingeholt. dabei erwischt und beschämt, gäbe es nichts ferner liegendes denn von schwäche freie menschen. « nützt mir », so sein gedankengang die straße hinab, auf den nächtlich mit seemännern+gesocks vollgestopften, trunkenen pier zu. Mbuyazi Andes wurde mit dem makel des perfektionismus geboren, der ihn stets und ständig stolpern ließe, wenn er nicht regelmäßig davon gelähmt, zertreten in der ecke seines zimmers – einer spelunke – von sich selbst unfähig zur tat gemacht werden würde. « es ist eine strafe in waswärewenn leben zu müssen », antworte er, für ihn allzu oft, nüchtern auf ein lob seines kapitäns. ein makel, der auch im volk der zulu, fehlinterpretiert wurde. selbst von seiner familie, kopfschüttelte er sich die nacht von den gedanken.
er betrat die hafenkneipe. wüsste er nicht genau, wie radikal die welt da draussen sich verändert hatte, wie der mensch – zumindest die wenigen seefahrenden von ihnen die noch übrig waren – sich neu orientieren musste, hier könnte er vergessen. die menschen und ihre lächerliche furcht vor veränderungen, ausgestellt in immer gleichen accessoires, miefig und angestaubt bis zur ewigkeit. amen! trinken half, nicht gegen seine träume, das wusste Mbuyazi nur zu gut, doch deswegen war er nicht hier. die mannschaft brauchte junges, mutiges blut. eine kluges klares wässerchen.
tiefschwarz ist das meer, wie wir es gern hätten, nachts, wenn der wind heult, weil wir es nicht mehr können. tiefschwarz der himmel über den blanken planken und darüber hinaus. keine sterne mehr. scherben einst gestählter männer fallen in die see und verrotten dort. wehe dem der hinein sieht in das tiefschwarz getöse.
…


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