Achtgeben,
das neue Highfiven.
Ein Freund1

1 — to:nulleins

Farben sammeln.

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?


Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

·

»Well Marianne,
it's come to this time when we are really so old and our bodies are falling apart and I think I will follow you very soon. Know that I am so close behind you that if you stretch out your hand, I think you can reach mine. And you know that I've always loved you for your beauty and your wisdom, but I don't need to say anything more about that because you know all about that. But now, I just want to wish you a very good journey. Goodbye old friend. Endless love, see you down the road.«


— Leonard Cohen

ff.

Oostkapelle, Zeeland Okt.'16
Backsteinwege, mehrere, karmesinrote — ich mag mich kaum entscheiden, welchen ich gehen soll. Ich gehe wohin mich meine Füße tragen. Zur See! Nur zur See. Seeläufer nennt man mich und stumm. Allen Augen die reden, Lachen falten vielleicht. Im Dünenwald der riesigen Wohnzimmerfenster aus der eben durchquerten Siedlung gedenken: beruhigend weiß gerahmte, so weit wie der geöffnete Blick, zum Licht einwecken gedachte wohnliche Nester, Kleinigkeit Intimität. Sieh hin! Ich zeig dich mir! Was ist mit einem provokativ über die Sessellehne gelehntes, gestrecktes, gar dargebotenes blankes Hinterteil? Pobacken packen und teilen im Aquarium. Solange meine Füße die Stille des vom Wind verkrüppelten Waldes brechen, solange bin ich noch ein Fremdkörper unter ihnen, den Waldbewohnern. Rehbraune Augenblicke, grün gesprenkelte Iris, die Haut eine Lichtung, Sonneninseln Schlüsselbeine, nackte, aufgetragen unter der schweren seefesten Jacke. Einen Parka als dunklen Wald tragen. Es beginnt, wir sind mittendrin, vergeht. Schnellstmögliche Farbübergänge. Die Hirsche röhren ihr Revier. Einer bricht aus dem Unterholz auf der Flucht vor einem anderen, stärkeren. Die lärmenden Spaziergänger aus der Gegenrichtung sind für den unterlegenen Hirsch auch keine Option. So stehen wir uns gegenüber, wie Brüder.

Der Nebel schluckt alles, sogar das Schnattern der Wildgänse. Ab und an verschwindet ein Auto spurlos in ihm. Ich nehme mir vor zu schlafen bis es wieder Licht gibt und ertrinke stattdessen in einem eigens für solche Nächte bereit gelegten Buch. Das Meer rauscht bis hier her. Ich solle Ruhe geben.

Die Milchstraße ist deutlich zu erkennen. Kein Lichtschmutz. Selbst das Licht hinterm Vorhang der Stube des bescheidenen Häuschen hinter mir kann sie nicht übertünchen. Ich möchte die Milchstraße anfassen. Regelmäßig wischt der Leuchtturm den Horizont sauber, versucht es zumindest. Ich muss milde lächeln. Als ob uns die Dunkelheit fürchtet.

Rotkehlchen, angefreundet, vogelfrei — es muss mir über die vierhundertsechzig Kilometer gefolgt sein. Bestimmt ist es das. Sein freundliches Gesicht ist nur als solches zu erkennen, wenn man über den Ernst der Augen, der unbequemen Unbeweglichkeit seiner Mimik hinwegsehen kann. Ich kann. Wir gehen überall zu zweit hin. Es fliegt, ich laufe, fortfolgend.

Sag mir, wo ich beginnen soll!

Es weht,
braunes Laub auf's Parkett im Wohnzimmer,
wir sehen uns an.
Es sammelt sich und legt sich nieder.
Laub
das trocknet und eigentlich ganz schön aussieht.
Die Tage kürzer tragen,
unsere Haut brennt noch nach.
Manchmal,
wenn ich die Wohnung lüfte, tanzen wir.
Ich muss dann sehr aufpassen,
dass ich nicht auf eines der Blätter trete,
barfüßig, sonst zerbröselt es.
Aber selbst die gebrochenen Blätterstücke tanzen im Kreis,
wenn man genau hinsieht.
Uns gefällt das.
Ich werde weiter Laub sich sammeln lassen,
Haufen bilden oder Banden,
und über Winter überwintern werden wir.
Urlaub unter Laub.

Gedanken eines womöglich ebenso fehl am Platz Seienden.

In einem vom Kapitalismus verlassenen Hotel.
Es ist alt und es war mondän. Es hätte genauso gut Sommer sein können. Die Farben der reichlich mit staubgrauen Stuck verzierten Wände blättert ab und bildet Muster, die Wandbilder, dargestellte Geschichten sein könnten. Samttapeten hingegen gibt es nur wenige. Unters Dach! Fingerspitzen tippen, Füße tappen, einige Gebäudeteile hat selbst das Licht verlassen. Tipp-tappen im dunkeln, deine warme Haut, ich kann sie durchs Schwarz ausschwärmen spüren und riechen. Moos fühlen und tropfende Wasser hören. Es würde mich nicht wundern, hier Pferde anzutreffen. Galoppierndes Haar, deins? Wieviele Königreiche gewann ich? Hunderte Autobahnen, streifende Hände unter der Decke, deinem Kleid, paarweise Lichter wandern über die Wand. Liege ich im Bett meiner Großmutter und kann nicht schlafen? Ist es Nacht, fahr'n die Autos noch? Taumeln gar, aneinander. Vom leichten Wind bewegte, verspiegelte Schranktüren, Reste davon. Reden wir nicht vom Tageslicht! Wenn man nur alle Möglichkeiten zur Reflexion benutzt, steht da ein weiß-güldener Spiegelsaal, stehen da jungen Birken durch das offen geblitzte und verstürmte Dach, steht da keiner von uns barfuß allein. Unsere Augen treffen sich. Der Träger deines Kleides ist verrutscht. Wie so oft verschwimmt alles vor meinen Augen. Wir sehen uns stumm und still die samtweiche Sonne an, wie sie auf nichts Neues fällt, und wissen darum. Und lassen sie steigen, dabei über unsere Körper steifen. Seemannsarme, Streifenshirt sonnendurchdrungene Haut. Wärme und Atem, gleichmäßig verteilen, mit Küssen benetzen. Die glitzern so schön auf der Hautstelle, orangerot die Lider, geschlossenes Blinzeln.

Brot, frisch vom Leib, unsere Anziehsachen als Tisch, mit den Zähnen reißen, Sommeräpfel wie spitze Brüste küssen, Wasser aus den Lippen. Trunktrank.

entzündlich:
Mein Gesicht gezeichnet in deinen Bauch, deine Schenkel, deinen Hals. Schlaf streifen. Diese menschlich Münder. Man könnte es Kuss nennen, würde dem nicht gerecht. Es geht so tief in dich.

freilaufen, einige Bsp.

Freibad
Vater: »Halt! Badeschutzpolizei. Was machen Sie hier?«
Tochter: »Beamte küssen!« (küsst)

Beide lachen lauthals das Becken zusammen, toben, spritzen, jagen sich gegenseitig, tauchen unter und ab.

Das nahende Gewitter, seine schwarze Wand steht. Aufblitzen, zählen: Einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig. Drei Kilometer Donner, anderthalb zu Laufen. In der Bergen, auf den Almen ist Gewitter kein Spaß. Den einen Kamm noch, dahinter müsste es doch sein! Noch eine Kuppe, eine Senke, die Beine fliegen. Wo ist denn nur die Windkraftanlage? Immerhin keine Bäume mehr, zur Not der Länge nach in eine Kuhle auf den Boden legen, klatschnass sind wir eh schon fast. Schnellere Schritte, schnellere Blitze, schnellerer Donner. Wir sind nicht aufzuhalten. Wir sind nicht auszuhalten. Die Nerven gespannt. »Hinter der Hügelkuppe, bestimmt. Komm! Wir müssen weiter!« Der Wind frischt auf und treibt uns alle nadelspitzen Regentropfenstiche der nächsten Minuten in einer Sekunde in die Haut. »Es tut mir leid, ich wollte nicht antreiben.« Und: Donnern, wie nur Hufe donnern können. Ein wunderschön tiefbraunes Pferd galoppiert auf uns zu. Das Grün der Almwiese in der Farbe des Gewitters, das dunkelst beruhigende Braun, die wehende Mähne des kräftigen Tieres, der Wind. Es hält. Die Nüstern weit, wir können seine Skepsis beinahe riechen. Der Wind weht seine Mähne halb vors Gesicht, der Kopf neigt sich zum Umkehren. Uns klatscht der Regen ins Gesicht. Wir staunen. Wir müssen weiter. Wir gehen. Der Hengst auch. Er nimmt den Weg unterhalb unserem, fliegt nahezu den Berg hinab und wieder hinauf und ist längst hinter der Kuppe verschwunden, obwohl wir fast rennen, auch, weil uns ein Stier verjagen will. Gewitter in den Bergen macht alle kirre. Wir schaffen es.

Eine Hängematteschaukel, ein Kirschbaum und Bücher aus altem, dir bekannten Papier. So kann man aufsehen und sehen und sich drehen bis einem schwindelig wird.

Wie süß Wald riechen kann, wie er schmeckt. Wie konnte ich das nur vergessen? Die Vorräte aus dem Rucksack sind längst verbraucht. Der Anstieg knochenhart, ein Fuß vor den anderen, langsam, leise und fest müssen die Schritte sein. Wir setzen uns Ziele - Der Busch dort, der so nah an der Tanne steht als ob er Kuscheln wolle, der Baumstumpf dort - sonst würden wir schon lange umgekehrt sein. Zwei Gasthäuser waren geschlossen auf dem Weg, beide kurzfristig, wie wir hinterher erfahren — ein Todesfall und ein Umbau, bis Mittag hatten sie auf. Wie süß der Wald riecht, wie der Atem geht, wie atmen geht. Wir teilen uns den letzten, unterwegs geklauten Apfel und der Zucker und der Saft schießt uns in die Blutbahnen und euphorisiert zusätzlich. Das hält nicht lange, das wissen wir. Eine winzige Quelle und zwei Hände Trinkgefäß. Der Abstieg gelingt mit immer weiter greifenden Schritten, fast stürzen wir ins Tal. Bei den Straßen, auf den Dorfplätzen, an den Gasthäusern, nach einer alles verschlingenden Mahlzeit, laufen wir barfuß vorbei. Mir zumindest ist es egal, was andere denken könnten. Ich besiegte mich, den stärksten aller Gegner, und lachte und atmete dabei.

Das wohl kleinste Freibad der Welt. An einen Hang gepresst der unter Wanderschuhen einen recht kräftigen Anstieg bedeutete, barfuß laufen. Die Ballen am Asphalt abreiben. Die Achillessehne zum Bersten gespannt. Der Bademeister ist auch Einlass und Imbissbude, seine Zähne weiß vom vielen Lachen. Rückenschwimmen im nahezu leeren Becken. Das Wasser ist glatt bis in die Ohrmuscheln hinein. Toter Mann, du lässt dich treiben. Eine Libelle von der Große eines Menschengesichts kommt über dir zum Stehen, schwebt über dir, dreht und kippt ihre Flügelpaare nur leicht, verzückend einfach und sieht dich an. Du musst deine Arme und Beine bewegen um nicht unterzugehen. Du hältst ihrem Blick stand, schillerst glücklich wie ihre Flügel, ihre Neugier und lässt dich kopfüber untergehen als sie davon fliegt.

auch (nicht verwendet):
Arbeiterstrandbad
Alte Donau
Kopfsteinpflaster streicheln
uralte U-Bahnen, Motorräder im Schaufenster
um nächtliche Ruhe auf den Straßen wird gebeten
Glühbirnenlichterketten zwischen verkrüppelt aufgewachsenen uralten Bäumen, ein Hinterhof, Kinderlachen, nackte, dreckige Füße
Leuchtkörper
Hitzenächte, durchwachte
Schmalspurbahn, erst auf der Rückfahrt Holzklasse fahren, viel, viel schöner finden. Den Kopf aus den Fenster stecken sie alle. Sehen sie auch hin?
reißender Fluß, reisender Fluß (Wer will ans Meer, wenn der Weg das Ziel ist?)

reichlich ungenau (Liebes Leben,

Es reicht kaum zum Anfassen, Ablassen könne man hingegen kaum. Ich stünde, klar und deutlich unscharf abgezeichnet kaum still und wenn, dann tief atmend, tropfnass im Freibad, zur Orientierung. Ein Foto von mir ist eines aus der Bewegung heraus.

Wir bauen Gehwege und Feldwege, generell Fußwege nur noch aus Tradition.

zerstieben wollen
Unter reichem Himmel angehen verloren zu gehen, insgeheim, weiß ja keiner einer, am Taumel der Insekten orientieren, am Stroh und Staub der ausgetragenen Felder, den Blütenstaub der Sonnen- oder Kornblumen am salzverkrusteten Tanktop tragen, flirren. Flimmern Stadtränder auf, ziehe ich mich tiefer zurück. Den einen Landstrich noch streifen, liniert, fein gewobener Bleistiftstrich, am Ufer eines Baches zum Erliegen kommen, die Lenden angepresst, dringen tief, ins Wasser, die Lippen mit geschlossenen Augen küssen, die die man sich vorstellen kann.

genieren
»Plötzlich liegt was auf der Hand was auch sie zum Zittern bringt.«
Durchbrennen ist, weil er er war und Akteur, Erinnerungen und Text, ein leichtes, ein ausgeschmücktes, eine »Seh'n Sie, Sehnsucht!« die Frage, zugleich Beweis, ein vielfach angewandtes, probates Mittel. Wahr ist, ungelogen, ich fürchte Veränderungen so sehr, wie ich sie liebe, und das Ungewisse, das unumrissen vor Fantasten schwebt, sie umarmt, in Momenten, durchdringt und -glüht, es kann einkreisen, umschließen, drohen, fletschen, verschlingen, töten. Es ist kein erster Schritt, den man gehen muss, um sich zu überwinden, es ist auch keine Schande. Dieser Widerstand ist einer der im Kopf residiert und ich, ich renne gegen ihn an — das habe ich schon immer getan seit ich ihn das erste Mal überwand. Es hat sich immer gelohnt.

Wie viel leichter sind Landschaften und Menschen, auch, erst recht der eigene, unterwegs. Sonne auftragen, wie das orangefarbene Parfüm, mit Stolz und ungestüm Ungewissheit vor sich her, mit jedem Fußtritt in die Erde treiben, auch in Cafés sitzen, auf einer Traktorladefläche lachend einen Sommerapfel, klar, geschenkt bekommen, in der weißen Sonne frisch gewaschener Laken, abgeschirmt von ihnen, unfassbares Licht, das karmesinrote Leuchten ihrer Nippel, wie Himbeereis, Lippenstiftfarbe unter voller Absicht an meiner Hand abgerieben, platziert, schärft. Ihren Rock hochheben, ihre Pobacken teilen und meine rauen Lippen mit ihren Schamlippen vermengen. Tatsächlich tief in ihr stecken, ihren Hintern vor Augen, wie sich ihre nasse Scham gierig um meinen Schwanz schließt, auftaucht, aufnimmt. Atmen wie die Grillen zirpen, laut und voller Farbe. Der herbe Geruch bald reifer Walnüsse vom nahen Baum verschwindet nicht, verschwendet nichts.

Er reist durch Tag und Nacht.)

Wimpelketten, überbelichtet, Linden.

Wieviel Werkzeug braucht der Mensch?

[001All is violent, all is bright 002Young & Numb 003Soulless Youth 004Das bleibt hier 005Fat calmed Kiddos 006Sag mir, wo ich beginnen soll 007Will ich nur dich 008Dream Soda 009Der Habicht und der Hahn 010Fear not my Friend, for tonight we ride 011Your love is weird 012Dry your eyes 013Bis zum nächsten Tag 014Posthuman 015Spur 016Laser Gun (feat. Mai Lan) 017Yes No (Cover) 018Intruder 019Den Tag vergessen 020For no one 021Tom's Dinner 022First six months of Love 023White hot Moon 024San Diego 025Glow 026Sita Deth 027Keep on loving you 028Night Walk 029Der Mann der zweimal lebte 030Wrong Hand 031That summer, at home I had become the invisible Boy 032We were always young]

→Nimm' ein Mixtape, Baby!←

FELDKÜCHE:
Erinnerungen, Träume.

Auf ruhiger See, auf einem Dach im Abendlicht erliegen. Mit Segeltüchern, die Bettlaken sind, gemacht und aufgespannt um die Winde zu lenken, vor Sonne zu schützen, sie in kleinste Punkte aufzubrechen, in gedämpften Glitzer, flimmert, flirrt, die Mittagsstunden vergebens gewässert, den Körper geflutet, die Laken auch, aus einem Gartenschlauch, bis sie vollgesogen hinab hingen und das Lachen hoch am Himmel stand, zusammen mit den hoch geworfenen Armen. Umarmen - mit Segeltüchern, die Bettlaken sind, zudecken.

Märchen von Morgen.

Die Flächen die den Vorstadtstadtteil einrahmen und zusammenhalten liegen brach und etwas schöneres konnte mir der dazugehörige Bauer kaum antun.

Fenster in Wohnungen müssten so weit oben angebracht sein, dass man sich strecken müsste, um aus ihnen hinaus in die Welt zu sehen. Das Erahnen der vom Sonnenlicht gewirkten Blätter eines Baumes, vielleicht ein Ort für ein Haus in den Wipfeln, angeseilt und festgenagelt, eingelegt und unter der einbrechenden Nacht im weißen Laken, das gegen Mücken, einschlafen. Oder, vielleicht will ich auch nur wieder Kind sein.

Verantwortung tragen hat nur bedingt etwas mit Atlas' Weltkugel auf dem Rücken zu tun. Verantwortung ist kein gleichmäßiges Gewicht das drückt und das du tragen musst. Es ist vielmehr ein Spielball. Du kannst ihn werfen, prellen, passen, in der Luft halten, beim Aufkommen zusehen. Du kannst ihn beschützen vor den anderen Kindern, du kannst ihn in der Ecke liegen lassen, unbeobachtet und unbedacht — es ist immer dein Ball. Deine Verantwortung, dein Ball. Du musst ihn holen, wenn ihn jemand wegschießt, egal ob du zuletzt am Ball warst. Das ist der Spaß. Er gehört dir, und wenn jemand den Ball immer wieder wegpfeffert, darfst du denjenigen nicht verprügeln, bis er blutet und verspricht, es nie nie wieder zu tun. Das ist Verantwortung. Verantwortung für Kinder ist so viel schöner.

Wildes Land Vorstadtfelder, überland, allenthalben Klatschmohn, Schafgarbe, versprengte Korn- und Wildblumen. Die Turnschuhe sind so dünn, der nasse Boden dringt in sie ein. Ich turne nicht mehr, ich bleibe stehen, so gut es geht, ich taumele. Der schwere Duft der Blüten durchdringt, erfüllt die Luft. Die Lungen, das Herz, der Anblick, der Geruch. Es könnten Schüsse fallen, eine Maschinengewehrsalve könnte mich niedermähen, ich würde verbluten. Im Grünen, im Mohnrot liegen und lächeln.

Der Unversehrtheit halber: Die halbe Nacht, in einem fort, Gräser gestreichelt um mich selbst zu beruhigen, im Traum — das muss man sich mal vorstellen.